Ein Loch unter dem Hühnerstall reicht für die Diagnose „Rattenbau“ noch nicht aus. Unter Gartenhäusern, Schuppen und Ställen graben schließlich auch Mäuse und andere Tiere. Interessant wird es, wenn zur Öffnung weitere Spuren passen: frisch ausgeworfene Erde, ein glattgelaufener Weg zur Futterstelle, Rattenkot in der Nähe oder ein Eingang, der nach dem Verschließen wieder geöffnet wird.
Wanderratten, Rattus norvegicus, legen im Freien häufig Erdbauten mit einer oder mehreren Öffnungen an. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, kurz LAVES, nennt Böschungen, Mauern, Bereiche unter Bodendeckern und Flächen unter Gehwegplatten als typische Standorte. Im Umfeld eines Hühnerstalls kommen entsprechend Stallkanten, Fundamente, Hohlräume unter Gebäuden, Kompostbereiche und geschützte Stellen nahe der Futterquelle infrage.
Ein Rattenloch erkennt man deshalb weniger an einem einzelnen perfekten Merkmal als an seinem Zusammenhang mit dem restlichen Gelände.
Wenn direkt vom Loch eine kleine Rattenautobahn zur Futtertonne führt, wird die Sache allerdings zunehmend unsubtil.
Wie sieht ein Rattenloch aus?
Ein typischer Baueingang der Wanderratte ist rundlich und groß genug, dass ein ausgewachsenes Tier hindurchpasst. Die Stadt Wiesbaden nennt für Rattenlöcher als praktische Orientierung etwa fünf bis zehn Zentimeter Durchmesser und weist darauf hin, dass je nach Untergrund vor dem Eingang Erdaushub liegen kann.
Diese Größenangabe ist hilfreich, aber kein Zollstockkriterium. Ein Loch mit 7,3 Zentimetern Durchmesser ist nicht automatisch ein Rattenbau, und ein etwas größerer Eingang verliert dadurch nicht plötzlich seine Rattenberechtigung. Erdreich bricht ab, Eingänge werden erweitert und stark benutzte Öffnungen verändern sich.
Wichtiger ist die Umgebung.
Liegt frische Erde davor?
Ist der Rand belaufen?
Führt ein deutlich genutzter Pfad weg?
Findet sich Kot in der Nähe?
Befindet sich das Loch unmittelbar an einer Wand, unter dem Stall oder nahe einer Futterquelle?
Je mehr dieser Merkmale zusammenkommen, desto plausibler wird ein aktiver Wanderrattenbau.
Wer bei der Spurensuche noch unsicher ist, findet im Beitrag Woran erkennt man Ratten im Hühnerstall? Die Spuren richtig lesen Kot, Trittsiegel, Nagespuren und Laufwege ausführlicher erklärt.
Wo bauen Ratten am Hühnerstall besonders gern?
Wanderratten graben nicht aus ästhetischen Gründen irgendwo ein Loch in die Mitte des Auslaufs.
Ein guter Bau soll Schutz bieten und möglichst günstig zu den wichtigen Ressourcen liegen.
Das LAVES nennt Mauern, Böschungen, dichte Bodendecker und Bereiche unter Gehwegplatten als typische Plätze. Die Baue liegen gewöhnlich nicht besonders tief; nach Angaben der Behörde reichen sie meist nicht tiefer als etwa 50 Zentimeter in den Boden.
Am Hühnerstall würde ich deshalb zuerst an den geschützten Kanten suchen:
unter einem erhöht stehenden Stall, entlang des Fundaments, hinter Futterbehältern, unter Platten oder Pflaster, bei Holzstapeln und dichtem Bewuchs sowie an Übergängen zwischen Gebäude und Erdreich.
Ein besonders günstiger Platz verbindet Deckung mit kurzer Entfernung zum Futter.
Das erklärt, warum man einen Bau manchmal direkt unter der Stallwand findet, während das Futter nur wenige Meter entfernt steht. Wanderratten legen zwischen Nest, Wasser und Nahrung feste Laufwege an. Im Freien können daraus deutlich erkennbare, glattgetretene Bahnen entstehen.
Warum ein Hühnerstall solche Standorte überhaupt attraktiv macht, habe ich im Beitrag Warum zieht ein Hühnerstall Ratten an? ausführlicher beschrieben.
Hat ein Rattenbau nur ein Loch?
Nicht unbedingt.
Das LAVES beschreibt Wanderrattenbaue ausdrücklich mit einer oder mehreren Öffnungen. Daneben können in unmittelbarer Nähe einer Futterquelle steil nach unten führende Röhren vorkommen, die gar nicht zum eigentlichen Wohnbau gehören. Solche sogenannten Deckungslöcher enden blind und werden bei Gefahr als schneller Unterschlupf genutzt.
Das ist bei der Suche rund um einen Hühnerstall wichtig.
Man findet vielleicht ein auffälliges Loch direkt neben dem Futterplatz und geht davon aus, dort müsse das gesamte Rattenrudel wohnen. Tatsächlich kann dieses Loch lediglich ein Fluchtpunkt sein, während der eigentliche Bau einige Meter entfernt liegt.
Deshalb sollte man nicht ausschließlich auf die größte oder auffälligste Öffnung starren.
Laufwege helfen dabei, das System zu verstehen.
Führen mehrere Wechsel zu verschiedenen Löchern? Gibt es eine deutlich stärker genutzte Öffnung? Liegen einzelne Löcher sehr nah an der Futterstelle, andere dagegen geschützt unter dem Stall?
Die Ratten liefern mit ihren Wegen häufig eine erstaunlich brauchbare Grundstücksskizze.
Woran erkennt man, ob ein Rattenbau noch benutzt wird?
Hier gibt es ein ausgesprochen praktisches Merkmal: Aktivität hinterlässt Unordnung.
Ein belegter Rattenbau ist nach Angaben des LAVES gewöhnlich frei von Spinnenweben. Das allein ist natürlich noch kein Beweis. Eine wesentlich aussagekräftigere Möglichkeit besteht darin, einen verdächtigen Eingang vorübergehend zu verschließen und anschließend zu kontrollieren, ob die Tiere ihn wieder geöffnet haben.
Das kann beispielsweise mit etwas loser Erde geschehen. Ist der Eingang am nächsten Morgen wieder frei und liegt frisches Material davor, weiß man erheblich mehr als vorher.
Auch andere frische Spuren helfen:
neu ausgeworfene Erde, glatte beziehungsweise belaufene Ränder, frischer Kot, Trittsiegel und ein deutlich benutzter Laufweg.
Ein Loch, das seit Monaten unverändert unter einem Holzstapel liegt, voller Blätter steckt und inzwischen von Spinnen übernommen wurde, erzählt eine andere Geschichte.
Bei einem aktiven Bau verändert sich etwas.
Genau deshalb sind Fotos so hilfreich. Ein Bild heute, ein Bild morgen. Möglichst aus derselben Perspektive und mit einem Maßstab daneben.
Das ist weniger spektakulär als nächtliches Rattenlauern, liefert aber meistens bessere Informationen.
Kann man ein Rattenloch testweise zuschütten?
Zum Feststellen der Aktivität kann ein lockeres vorübergehendes Verschließen des Eingangs sinnvoll sein. Das LAVES nennt dieses Vorgehen ausdrücklich als Möglichkeit, belegte von nicht mehr benutzten Bauen zu unterscheiden.
Davon würde ich allerdings das dauerhafte Verschließen eines bekannten, stark genutzten Baus unterscheiden.
Wenn bereits klar ist, dass mehrere Ratten am Stall leben, hilft es wenig, morgens hektisch sämtliche sichtbaren Löcher mit Beton, Bauschaum oder Steinen zu verschließen und sich anschließend über das Problem für erledigt zu erklären.
Die Tiere sind damit nicht automatisch verschwunden.
Ein Bau kann weitere Öffnungen besitzen. Die Ratten können neue Ausgänge graben oder andere Schwachstellen am Gebäude nutzen. Wanderratten sind ausgesprochen gute Gräber und können gleichzeitig klettern, schwimmen und sehr kleine Gebäudespalten nutzen. Das Umweltbundesamt nennt Öffnungen von nur etwa zwei Zentimetern als grundsätzlich passierbar.
Vor einer dauerhaften baulichen Sicherung sollte deshalb klar sein, wo sich der Befall befindet und welche Wege tatsächlich benutzt werden.
Erst bekämpfen und kontrollieren, dann die bekannten Zugänge dauerhaft sichern, ist meistens wesentlich sinnvoller als Ratten im oder unter dem Gebäude einzumauern und ihnen die Suche nach einem neuen Ausgang zu überlassen.
Was bedeuten mehrere Rattenlöcher nebeneinander?
Mehrere Öffnungen können zu einem zusammenhängenden Bau gehören.
Sie können allerdings auch unterschiedliche Funktionen haben oder zu mehreren Systemen gehören. Allein aus der Anzahl sichtbarer Löcher lässt sich deshalb nicht berechnen, wie viele Ratten darunter leben.
Das ist eine dieser Internetformeln, die ausgesprochen verlockend wären:
vier Löcher gleich acht Ratten.
So funktioniert ein Rattenbau nicht.
Wanderratten leben sozial in Gruppen. Das LAVES beschreibt Reviere mit häufig mehr als 20 Tieren; unter besonders günstigen Bedingungen können Gruppen deutlich größer werden. Gleichzeitig können einzelne Bauten mehrere Öffnungen besitzen.
Die Zahl der Löcher ist deshalb eher ein Hinweis auf die räumliche Nutzung als ein Taschenrechner für die Population.
Interessanter sind die Aktivität und die übrigen Befallsspuren.
Sind alle Öffnungen frisch benutzt?
Führen Laufwege zu ihnen?
Wie viel frischer Kot findet sich?
Gibt es regelmäßige Sichtungen?
Wird an mehreren Stellen gefressen?
Die Frage „Eine Ratte gesehen – wie viele sind wirklich da?“ bekommt innerhalb dieser Serie deshalb noch einen eigenen Artikel. Eine pauschale Multiplikationsregel wird darin allerdings nicht auftauchen.
Rattenloch oder Mäuseloch?
Nicht jedes Loch unter dem Stall stammt von einer Ratte.
Mäuse graben ebenfalls und können natürlich genauso in der Nähe von Hühnerfutter leben. Ihre Öffnungen und Laufwege sind entsprechend kleiner.
Die Größenordnung eines typischen Rattenlochs von ungefähr fünf bis zehn Zentimetern kann deshalb bei der ersten Einschätzung helfen.
Trotzdem würde ich die Bestimmung nie ausschließlich am Lochdurchmesser festmachen.
Kot ist hilfreich. Trittsiegel können helfen. Nagespuren und Laufwege liefern weitere Hinweise.
Gerade bei der Bekämpfung ist die Artbestimmung wichtig, weil in Deutschland keineswegs jedes kleine Säugetier einfach bekämpft werden darf. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass zwar Wanderratte, Hausratte und einige häufige Mäusearten von den entsprechenden Schutzbestimmungen ausgenommen sind, andere Arten wie Wald- und Brandmäuse oder Spitzmäuse aber nicht einfach ohne Weiteres bekämpft werden dürfen.
Das ist ein ziemlich guter Grund, ein unbekanntes Loch nicht vorsorglich mit irgendeinem Giftköder zu dekorieren.
Rattenloch oder Wühlmausbau?
Wühlmäuse machen die Sache im Garten ebenfalls interessanter.
Bei einer bloßen Bodenöffnung kann die Unterscheidung schwierig sein. Deshalb sind Standort und Begleitspuren wichtig.
Ein Rattenbau direkt unter dem Hühnerstall, daneben Rattenkot und ein Laufweg zum offenen Futter liefert eine andere Indizienlage als ein Gangsystem mitten im Gemüsebeet mit typischen Schäden an Pflanzenwurzeln.
Bei Unsicherheit würde ich deshalb nicht versuchen, aus einem einzelnen Foto des Lochs eine endgültige Artbestimmung abzuleiten.
Wer einen Bau dokumentiert, sollte zusätzlich die Umgebung fotografieren.
Wo befindet er sich?
Was liegt daneben?
Gibt es Kot?
Welche Spuren führen hinein und hinaus?
Wie groß ist die Öffnung?
Ein Foto mit Größenvergleich und ein zweites Bild aus etwas Entfernung sind oft erheblich nützlicher als die Makroaufnahme eines schwarzen Lochs.
Und was ist mit dem Feldhamster?
Je nach Region Deutschlands gibt es noch einen sehr guten Grund, bei ungewöhnlichen Erdbauen nicht blind loszubekämpfen.
Der Feldhamster ist eine streng geschützte Art. Seine Baue können durchaus Öffnungen in einer Größenordnung besitzen, die bei flüchtiger Betrachtung an größere Nagetierbaue erinnert. Das Thüringer Umweltportal nennt für ausgewachsene Feldhamster etwa acht Zentimeter Eingangsdurchmesser.
An einem klassischen Hühnerstall im Siedlungsbereich wird ein Feldhamsterbau sehr viel weniger wahrscheinlich sein als eine Wanderratte. Regional und bei Grundstücken am Orts- oder Ackerrand sollte man solche Möglichkeiten trotzdem nicht völlig vergessen.
Ausgerechnet der Lochdurchmesser allein reicht also wieder nicht.
Die Natur zeigt wenig Interesse daran, unsere Bestimmungstabellen möglichst eindeutig zu gestalten.
Warum liegt manchmal so viel Erde vor dem Loch?
Ein aktiver Erdbau muss irgendwohin mit dem Material, das beim Graben anfällt.
Deshalb kann vor einem frisch angelegten oder erweiterten Baueingang lose Erde liegen. Die Stadt Wiesbaden nennt sichtbaren Erdaushub ausdrücklich als mögliches Merkmal eines Rattenlochs.
Das ist besonders auffällig, wenn die betreffende Stelle vorher sauber war.
Gestern glatte Stallkante.
Heute ein Loch und ein kleiner Haufen frischer Erde.
Da würde ich hinschauen.
Bei älteren, stark belaufenen Eingängen kann das Bild wiederum anders aussehen. Die Umgebung wird festgetreten, Erde verteilt sich, und der Zugang fügt sich zunehmend in den regelmäßig genutzten Laufweg ein.
Deshalb ist frische Erde vor allem dann interessant, wenn man den Standort bereits kennt und eine Veränderung erkennt.
Wie nah liegt ein Rattenbau normalerweise am Futter?
So nah, wie es für die Tiere praktisch ist – aber keineswegs zwingend direkt daneben.
Wanderratten können beträchtliche Strecken auf Nahrungssuche zurücklegen. Das LAVES beschreibt im Freiland einen Aktionsradius von bis zu 1.000 Metern; in Ausnahmefällen werden sogar mehrere Kilometer entfernte Futterquellen aufgesucht.
Die Tatsache, dass man am Hühnerstall keinen Bau findet, bedeutet deshalb nicht, dass dort keine Ratten fressen.
Sie können aus einem Nachbargrundstück, vom Kompost, aus einer Böschung oder einem anderen geschützten Bereich kommen und lediglich ihre regelmäßige Futterrunde am Stall drehen.
Umgekehrt kann ein Bau unmittelbar am Futterplatz entstehen, wenn dort gleichzeitig Deckung vorhanden ist. Das LAVES beschreibt sogar blind endende Deckungsröhren direkt in der Nähe einer Nahrungsquelle.
Wer einen Befall verstehen möchte, sollte deshalb nicht nur nach Löchern suchen.
Die Laufwege zwischen Bau und Futter sind mindestens genauso interessant.
Sollte ich das Rattenloch sofort mit Giftködern bestücken?
Nein.
Ein Loch ist zunächst eine Spur und kein eingebauter Köderhalter.
Bei Rodentiziden gelten in Deutschland genaue Zulassungs- und Anwendungsbedingungen. Seit dem 1. Juli 2026 wird die befallsunabhängige Dauerbeköderung mit Rodentiziden nicht mehr zugelassen; Giftköder dürfen also nicht einfach vorsorglich verteilt werden, weil irgendwo irgendwann Ratten auftreten könnten.
Gerade am Hühnerstall kommen weitere Risiken hinzu. Hühner, Hunde, Katzen, Wildtiere und gegebenenfalls Kinder dürfen keinen Zugang zu Ködern erhalten. Auch Sekundärvergiftungen über vergiftete Nagetiere sind bei bestimmten Wirkstoffen ein relevantes Umweltproblem.
Der erste Schritt bleibt deshalb die Befallsermittlung.
Ist der Bau aktiv?
Wo liegen die Futterquellen?
Welche Wege nutzen die Tiere?
Wie groß scheint der Befall?
Welche Zugänge müssen später baulich gesichert werden?
Bei einem größeren oder unübersichtlichen Befall empfiehlt das Umweltbundesamt ausdrücklich, einen professionellen Schädlingsbekämpfer beziehungsweise die örtlich zuständige Stelle einzubeziehen.
Wann sollte man einen Schädlingsbekämpfer holen?
Ein einzelnes verdächtiges Loch muss noch keinen Fachbetrieb auf den Hof rufen.
Anders sieht es aus, wenn mehrere aktive Baue vorhanden sind, ständig neue Öffnungen entstehen, regelmäßig Ratten gesehen werden oder der Befall trotz Beseitigung der Futterquellen und geeigneter Maßnahmen bestehen bleibt.
Auch schwer zugängliche Baue unter Gebäuden können ein guter Grund sein, professionelle Hilfe zu holen.
Man möchte schließlich nicht wochenlang an der Oberfläche einzelne Löcher behandeln, während unter dem Stall längst ein deutlich größeres System besteht.
Wer grundsätzlich wissen möchte, was nach einem bestätigten Befall zuerst zu tun ist, findet die Reihenfolge im Artikel Ratten im Hühnerstall: Was jetzt wirklich zu tun ist.
Die wichtigste Maßnahme bleibt dabei erstaunlich unspektakulär: Futterquellen beseitigen beziehungsweise sichern.
Solange der Hühnerstall jeden Abend zuverlässig Nahrung liefert, besitzt eine Rattenpopulation einen guten Grund, das Grundstück nicht freiwillig aufzugeben.
Was ich bei einem verdächtigen Loch am Stall machen würde
Zuerst würde ich es nicht verändern.
Foto machen. Maßstab daneben. Umgebung ansehen.
Danach suche ich nach Kot, Laufwegen, Nagespuren und weiteren Öffnungen. Die Strecke zur Futterstelle ist besonders interessant.
Anschließend kann ein verdächtiger Eingang mit loser Erde vorübergehend verschlossen werden. Wird er wieder freigelegt, spricht das deutlich für aktuelle Nutzung. Genau diese Kontrollmethode empfiehlt auch das LAVES.
Dann wird das Gesamtbild bewertet.
Ein einzelner wieder geöffneter Eingang ist etwas anderes als sechs aktive Öffnungen unter dem Stall, dazu mehrere Rattenwechsel und Kot rund um das Futterlager.
In beiden Fällen weiß man anschließend aber wenigstens, womit man es tatsächlich zu tun hat.
Das ist erheblich nützlicher als die beliebte Methode:
Loch entdecken.
Stein drauf.
Am nächsten Morgen feststellen, dass jetzt zehn Zentimeter daneben ein neues Loch ist.
„Nachts im Hühnerstall“: Der Bau erzählt, wie das Problem funktioniert
Rattenbaue und Laufwege spielen deshalb auch in meinem Buch „Nachts im Hühnerstall – Wie Ratten kommen, was sie anrichten und wie man sie dauerhaft wieder loswird“ eine wichtige Rolle.
Das Buch von Lou Herfurth behandelt den Rattenbefall nicht als eine Ansammlung einzelner Tiere, die irgendwo zufällig auftauchen. Ein Bau zeigt, wo die Ratten Deckung finden. Ein Laufweg zeigt, wohin sie gehen. Die Futterstelle erklärt häufig, warum sie bleiben.
Erst wenn diese Zusammenhänge sichtbar werden, lässt sich der Hühnerstall sinnvoll absichern.
„Nachts im Hühnerstall“ bei Amazon ansehen
Die bisherigen Artikel der Serie ergänzen diese Spurensuche: Ratten im Hühnerstall: Was jetzt wirklich zu tun ist beschreibt die ersten Maßnahmen, Ratten im Hühnerstall erkennen hilft bei Kot, Laufwegen und Nagespuren, und im Beitrag Warum zieht ein Hühnerstall Ratten an? geht es um Futter, Wasser und Unterschlupf als Ursachen.
Als Nächstes kommt die Frage, die bei fast jedem Befall irgendwann auftaucht: Wie lagert man Hühnerfutter so, dass tatsächlich die Hühner drankommen – und nicht nachts die Ratten?

