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Aquarium-Bodengrund: Sand, Kies oder Soil?

Eine Person verteilt mit einem kleinen Werkzeug braunes Bodensubstrat in einem Glasaquarium als Teil eines automatisierten Entwurfs

Der Bodengrund wird meist ganz am Anfang gekauft und begleitet das Aquarium anschließend über Jahre. Trotzdem fällt die Entscheidung häufig nach Farbe und Preis: schwarzer Kies sieht gut aus, heller Sand wirkt natürlich und Soil verspricht kräftiges Pflanzenwachstum. Ob das gewählte Material zu den späteren Bewohnern, den Pflanzen und dem Leitungswasser passt, zeigt sich oft erst, wenn das Becken längst eingerichtet ist.

Ein grundsätzlich bester Aquarium-Bodengrund existiert nicht. Sand kann für gründelnde Fische ausgezeichnet sein, während stark wurzelnde Pflanzen in einem gröberen Substrat leichter Halt finden. Kies ist pflegeleicht und langlebig, versorgt Pflanzen jedoch nicht automatisch mit Nährstoffen. Soil beeinflusst die Wasserchemie und kann deshalb in einem Aquascape oder Caridina-Aquarium sinnvoll sein. Für ein unkompliziertes Gesellschaftsbecken ist er nicht zwingend die beste Lösung.

Vor dem Kauf sollten daher drei Fragen beantwortet werden: Welche Tiere sollen einziehen? Wie stark wird das Aquarium bepflanzt? Sollen pH-Wert und Karbonathärte durch den Bodengrund beeinflusst werden oder möglichst stabil bleiben?

Sand, Kies und Soil im direkten Vergleich

Aquariensand und Aquariumkies bestehen meist aus mineralischem Material und verhalten sich bei geeigneter Zusammensetzung weitgehend wasserneutral. Sie liefern den Pflanzen keine vollständige Nährstoffversorgung, verändern dafür aber die Wasserwerte normalerweise nicht gezielt.

Soil ist ein aktiver Bodengrund. Seine Wirkung unterscheidet sich je nach Produkt, doch viele Soils senken die Karbonathärte und verschieben den pH-Wert in den leicht sauren Bereich. Zugleich können sie Nährstoffe für Pflanzen bereitstellen oder aus dem Wasser binden und später wieder abgeben.

EigenschaftAquariensandAquariumkiesSoil
Typische Körnungmeist unter 1 Millimeterhäufig etwa 1 bis 3 Millimetermeist mehrere Millimeter große, poröse Körner
Einfluss auf Wasserwertebei geeignetem Quarzsand geringbei wasserneutralem Kies geringje nach Produkt deutlich
Nährstoffgehaltnormalerweise keinernormalerweise keinerproduktabhängig vorhanden
Eignung für gründelnde Fischesehr gut, wenn fein und abgerundetmöglich, wenn klein und vollständig abgerundetabhängig von Körnung und Tierart
Halt für Pflanzenbei ausreichender Schichthöhe gutsehr gutsehr gut
ReinigungMulm bleibt häufig auf der OberflächeMulm kann zwischen die Körner sinkennur vorsichtig oberflächlich reinigen
Lebensdauersehr langsehr langWirkung auf Wasserwerte lässt mit der Zeit nach
Typischer EinsatzWelse, Schmerlen, naturnahe BeckenGesellschaftsaquarien und klassische PflanzenaquarienAquascaping, Pflanzenbecken und bestimmte Garnelenaquarien

Wer hauptsächlich robuste Aquariumpflanzen pflegen möchte, benötigt nicht zwangsläufig Soil. Viele Arten wachsen in Sand oder Kies, wenn ihre Wurzeln genügend Platz erhalten und die Nährstoffversorgung zum Pflanzentyp passt.

Wann Sand der richtige Aquarium-Bodengrund ist

Feiner Sand eignet sich besonders für Tiere, die den Boden durchkauen, darin graben oder nach Futter suchen. Panzerwelse nehmen Sand ins Maul, durchsuchen ihn und geben ihn über Maul oder Kiemenöffnungen wieder ab. Auch Dornaugen und verschiedene Schmerlen profitieren von einem feinen, abgerundeten Untergrund.

Daraus folgt nicht, dass jeder Kies zwangsläufig die Barteln von Panzerwelsen verletzt. Eine ungeeignete, scharfkantige Körnung ist problematisch, doch schlechte Bodenhygiene und dauerhafte Belastungen spielen bei Haut- und Bartelschäden ebenfalls eine Rolle. Entscheidend ist ein sauberes, abgerundetes Material ohne schneidende Kanten.

Der Hersteller JBL beschreibt seinen Sansibar-Sand mit einer Körnung von ungefähr 0,2 bis 0,6 Millimetern ausdrücklich als abgerundeten Bodengrund für gründelnde Bodenfische. Weitere Angaben zu Körnung und Einsatzmöglichkeiten finden sich in der JBL-Themenwelt zum Aquarium-Bodengrund .

Als dunkler, feiner Bodengrund kommt beispielsweise JBL Sansibar Dark mit 10 Kilogramm infrage. Das Produkt wird als feiner Granitsand für Süß- und Meerwasseraquarien angeboten. Seine Körnung liegt laut Hersteller im Bereich von etwa 0,2 bis 0,6 Millimetern. Werbelink.

Sand hat bei der Pflege einen angenehmen Vorteil: Grober Mulm sinkt nicht so leicht tief zwischen die Körner. Er bleibt eher auf der Oberfläche liegen und kann beim Wasserwechsel vorsichtig abgesaugt werden. Die Mulmglocke sollte dabei nicht tief in den Boden gedrückt werden, weil sonst große Mengen Sand mit angesaugt werden.

Sehr feiner Sand kann sich stark verdichten. Das ist nicht automatisch gefährlich, verlangt aber eine vernünftige Einrichtung. Große Futterreste und abgestorbene Pflanzenteile sollten nicht dauerhaft eingearbeitet werden. Stark wurzelnde Pflanzen lockern den Untergrund punktuell. Turmdeckelschnecken bewegen die oberen Schichten, sofern ihre Haltung zum Aquarium passt.

Wann Aquariumkies sinnvoller ist

Aquariumkies ist der klassische Allrounder. Eine feine bis mittlere, abgerundete Körnung gibt Pflanzenwurzeln Halt, lässt sich gut modellieren und bleibt über viele Jahre verwendbar. Neutraler Quarzkies verändert die Wasserwerte nicht gezielt und eignet sich deshalb für Aquarien, in denen die vorhandene Wasserchemie beibehalten werden soll.

Bei sehr grobem Kies verschwinden Futterreste und Mulm leichter in den Zwischenräumen. Für kleine Garnelen, feine Pflanzenwurzeln und gründelnde Fische ist eine grobe Körnung häufig unpraktisch. Ein Bereich um ein bis drei Millimeter lässt sich in vielen bepflanzten Gesellschaftsaquarien leichter handhaben.

Wichtig ist die Form der Körner. Abgerundeter Kies ist für Bodenfische geeigneter als scharf gebrochenes Material. Dekorativer Splitt aus dem Garten- oder Baustoffhandel gehört nicht ungeprüft ins Aquarium. Er kann scharfkantig sein, Metalle enthalten oder die Wasserhärte beeinflussen.

Der Dennerle Kristall-Quarzkies in Dunkelbraun mit 10 Kilogramm wird als wasserneutraler, abgerundeter Quarzkies für Süßwasseraquarien angeboten. Die dunkle, aber nicht tiefschwarze Färbung wirkt in vielen bepflanzten Aquarien ruhiger als heller weißer Kies. Werbelink.

AquariumGeeigneter BodengrundBegründung
Gesellschaftsaquarium mit robusten Pflanzenfeiner, abgerundeter Kies oder Sandlanglebig, wasserneutral und unkompliziert
Panzerwels-Aquariumfeiner, abgerundeter Sandermöglicht natürliches Gründeln
Kampffisch-Aquarium ab 60 Literndunkler Sand oder feiner abgerundeter Kiesruhige Optik und gute Bepflanzbarkeit
Neocaridina-Aquariumneutraler Sand oder feiner KiesWasserwerte bleiben leichter nachvollziehbar
Caridina-Aquarium mit aufbereitetem Osmosewassergeeigneter aktiver Soilgewünschte weiche und leicht saure Bedingungen lassen sich unterstützen
stark bepflanztes AquascapeSoil oder gezielt aufgebautes Substratsystemguter Pflanzenhalt und steuerbare Nährstoffversorgung
Aquarium mit stark grabenden FischenSand oder stabiler feiner Kiesdas Material darf keine scharfen Kanten besitzen

Für ein geplantes Kampffisch-Aquarium ist eine dunkle, ruhige Bodenfarbe meist sinnvoller als blendend weißes Material. Betta splendens benötigt auf dieser Website mindestens 60 Liter, eine dichte Bepflanzung und freien Zugang zur Wasseroberfläche.

Wann Soil ins Aquarium gehört

Soil wird vor allem für Aquascapes, anspruchsvollere Pflanzenaquarien und bestimmte Garnelenbecken gekauft. Die porösen Körner bieten Pflanzenwurzeln guten Halt und enthalten je nach Produkt bereits Nährstoffe. Noch wichtiger ist ihre Wirkung auf das Wasser: Viele aktive Soils binden carbonathärtebildende Stoffe und senken dadurch die Karbonathärte sowie den pH-Wert.

Diese Wirkung kann erwünscht sein. Sie ist aber kein allgemeiner Vorteil. Wer hartes Leitungswasser verwendet und bei jedem Wasserwechsel neue Karbonathärte einträgt, lässt Soil ständig gegen das Ausgangswasser arbeiten. Das verkürzt seine aktive Wirkung und kann zu wechselnden Wasserwerten führen.

In spezialisierten Caridina-Becken wird Soil häufig mit Osmosewasser und einem passenden Mineralsalz kombiniert. Dadurch lässt sich das Wechselwasser so vorbereiten, dass es zu den gewünschten Bedingungen im Aquarium passt. Bei robusteren Neocaridina-Garnelen ist ein aktiver Bodengrund dagegen oft nicht notwendig.

Für Pflanzenaquarien und Aquascapes ist Dennerle Scaper’s Soil mit 8 Litern eine konkrete Möglichkeit. Der aktive Bodengrund wird aus vulkanischem Ausgangsmaterial hergestellt und für bepflanzte Süßwasseraquarien angeboten. Er sollte nur eingesetzt werden, wenn seine Wirkung auf pH-Wert und Karbonathärte zum geplanten Besatz passt. Werbelink.

Eine weitere produktnahe Möglichkeit ist JBL ProScape PlantSoil Brown mit 9 Litern. Dieser Soil ist für bepflanzte Aquascaping-Aquarien vorgesehen und beeinflusst die Wasserwerte in Richtung weicherer, leicht saurer Bedingungen. Werbelink.

Soil sollte normalerweise nicht kräftig ausgewaschen werden. Dadurch können die Körner beschädigt und feine Bestandteile freigesetzt werden. Maßgeblich bleibt die Anleitung des jeweiligen Herstellers.

Soil ist nicht dauerhaft aktiv

Ein häufiger Irrtum besteht darin, Soil als permanenten Regler der Wasserwerte zu betrachten. Seine Fähigkeit, bestimmte Stoffe zu binden und die Karbonathärte zu beeinflussen, ist begrenzt. Wie lange sie anhält, hängt vom Produkt, vom Ausgangswasser, von den Wasserwechseln und vom gesamten Betrieb des Aquariums ab.

Auch die enthaltenen Pflanzennährstoffe stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Ein älterer Soil kann weiterhin als Bodengrund funktionieren, obwohl seine anfängliche Wirkung auf Wasserwerte und Nährstoffversorgung nachgelassen hat. Das Aquarium muss deshalb nicht automatisch zu einem bestimmten Zeitpunkt vollständig neu eingerichtet werden. Die weitere Versorgung lässt sich abhängig vom Zustand durch Flüssig- oder Wurzeldünger ergänzen.

Problematisch wird es, wenn empfindliche Tiere nur deshalb passende Wasserwerte erhalten, weil frischer Soil stark eingreift. Lässt die Wirkung nach, können pH-Wert und Karbonathärte allmählich steigen. Die Werte müssen daher regelmäßig kontrolliert und durch geeignetes Wechselwasser stabil gehalten werden.

Der ausführliche Beitrag Soil im Aquarium: Wann aktiver Bodengrund sinnvoll ist behandelt diese Wasserchemie und die Auswahl passender Produkte gesondert.

Nährboden unter Sand oder Kies

Ein klassischer Nährboden wird als untere Schicht eingebracht und anschließend vollständig mit Sand oder Kies bedeckt. Er versorgt stark wurzelnde Pflanzen direkt im Boden. Schwertpflanzen und viele Wasserkelche können davon profitieren.

Dieses System funktioniert, hat aber einen praktischen Nachteil: Beim späteren Herausziehen großer Pflanzen gelangen Teile des Nährbodens an die Oberfläche. Das kann das Wasser trüben und die saubere Trennung der Schichten zerstören. Wer häufig umgestaltet, fährt mit neutralem Bodengrund und gezielt eingesetzten Wurzeldüngern oft flexibler.

Bei einem dauerhaft geplanten Pflanzenaquarium kann eine Nährbodenschicht sinnvoll sein. Das Fachportal my-fish beschreibt ein klassisches System aus ungefähr ein bis zwei Zentimetern Nährboden, der mit mehreren Zentimetern gewaschenem Kies oder Sand abgedeckt wird. Die Anleitung findet sich unter Bodengrund im Aquarium: Warum die richtige Wahl so wichtig ist.

AufbauVorteilNachteilGeeignet für
nur Sandeinfach, günstig und gut für gründelnde Tierekeine eingebaute NährstoffreserveWelsbecken, Gesellschaftsaquarien und Aufsitzerpflanzen
nur feiner Kieslanglebig, gut bepflanzbar und pflegeleichtWurzelzehrer benötigen eventuell zusätzliche Düngungklassische Pflanzenaquarien
Nährboden mit DeckschichtNährstoffe liegen direkt im Wurzelbereichkann beim Umsetzen von Pflanzen hochkommenlangfristig geplante Bepflanzung
Soil ohne weitere Deckschichtgute Durchwurzelung und aktive Wirkung auf das Wasserteurer und nicht für jede Wasserchemie geeignetAquascapes und bestimmte Garnelenbecken
Soil mit dekorativen Sandflächenunterschiedliche Pflanz- und GestaltungsbereicheMaterialien vermischen sich mit der Zeitsorgfältig geplante Aquascapes

Welche Aquariumpflanzen stark über die Wurzeln versorgt werden und welche Nährstoffe eher aus dem Wasser aufnehmen, wird im Beitrag über das richtige Düngen von Aquariumpflanzen genauer erklärt.

Wie hoch sollte der Bodengrund sein?

Für ein nur schwach bepflanztes Aquarium reichen an vielen Stellen ungefähr vier bis fünf Zentimeter. Tief wurzelnde Pflanzen benötigen mehr Raum. In einem klassischen Pflanzenaquarium sind durchschnittlich etwa fünf bis acht Zentimeter praktikabel. Wird der Bodengrund nach hinten angehoben, entsteht optische Tiefe und für Hintergrundpflanzen steht eine stärkere Schicht zur Verfügung.

Sehr hohe Aufschüttungen sollten nicht allein aus losem Soil oder Kies bestehen. Das Material rutscht mit der Zeit nach vorn. Steine, Wurzeln oder geeignete Unterbauten können Terrassen stabilisieren. Zwischen unterschiedlich feinen Materialien sollten klare Begrenzungen liegen, wenn die Bereiche dauerhaft getrennt bleiben sollen.

Für die Berechnung zählt die Grundfläche des Aquariums, nicht sein gesamtes Wasservolumen. Die Formel lautet:

Länge in Zentimetern × Tiefe in Zentimetern × durchschnittliche Bodengrundhöhe in Zentimetern ÷ 1.000 = benötigtes Volumen in Litern

Bei einem Aquarium mit 60 Zentimetern Länge, 30 Zentimetern Tiefe und durchschnittlich 6 Zentimetern Bodengrund ergibt sich:

60 × 30 × 6 ÷ 1.000 = 10,8 Liter

Die Formel und weitere Beispiele werden auch im Bodengrundrechner von Aquasabi erläutert.

Grundfläche des AquariumsDurchschnittliche HöheBenötigtes Volumen
40 × 25 Zentimeter5 Zentimeter5 Liter
60 × 30 Zentimeter6 Zentimeter10,8 Liter
80 × 35 Zentimeter6 Zentimeter16,8 Liter
100 × 40 Zentimeter7 Zentimeter28 Liter
120 × 50 Zentimeter7 Zentimeter42 Liter

Die Umrechnung von Litern in Kilogramm hängt von der Dichte des Materials ab. Ein Liter Soil wiegt erheblich weniger als ein Liter dichter Quarzsand. Deshalb sollte nach Möglichkeit mit der Literangabe des Herstellers gerechnet werden. Wer nur Kilogrammangaben findet, muss die produktspezifische Reichweite prüfen.

Welche Körnung eignet sich für Pflanzen?

Sehr grober Kies gibt kräftigen Pflanzen zunächst Halt, besitzt aber große Zwischenräume. Futterreste und Mulm können tief einsinken. Feine Wurzeln finden darin schlechter Anschluss als in einer gleichmäßigeren, kleineren Körnung.

Eine Körnung um ein bis drei Millimeter ist für viele klassische Pflanzenaquarien praktikabel. Feiner Sand funktioniert ebenfalls, sofern die Schicht ausreichend hoch ist und die Pflanzen sauber eingesetzt werden. Die verbreitete Behauptung, Pflanzen könnten in Sand grundsätzlich nicht wurzeln, stimmt nicht.

Rhizompflanzen wie Javafarn und Speerblätter benötigen überhaupt keinen tiefen Bodengrund. Sie werden auf Wurzeln oder Steinen befestigt. Ihr Rhizom darf nicht vergraben werden. Beim Kauf von Aquariumpflanzen sollte daher nicht nur auf die spätere Wuchshöhe, sondern auch auf den Pflanzentyp geachtet werden.

Muss Aquariumkies gewaschen werden?

Sand und Kies können durch Produktion, Transport und Abrieb staubige Bestandteile enthalten. Soweit der Hersteller nichts anderes vorgibt, werden sie vor dem Einfüllen portionsweise mit klarem Wasser gespült. Das Wasser muss nicht vollständig glasklar werden, grober Staub sollte aber entfernt sein.

Soil wird gewöhnlich nicht ausgewaschen. Seine Körner können bei kräftigem Spülen zerbrechen. Auch vorgedüngte Bodensysteme dürfen nicht beliebig behandelt werden. Die Angaben auf der Verpackung gehen deshalb jeder allgemeinen Empfehlung vor.

Beim Einrichten wird das Wasser langsam über einen Teller, eine flache Schale oder eine Kunststofffolie eingefüllt. So trifft der Wasserstrahl nicht direkt auf den frischen Bodengrund. Eine leichte anfängliche Trübung ist trotzdem möglich und verschwindet bei funktionierender Filterung meist wieder.

Wie Bodengrund, Technik, Dekoration und Bepflanzung sinnvoll aufeinander abgestimmt werden, zeigt der geplante Grundlagenbeitrag Aquarium richtig einrichten.

Heller oder dunkler Bodengrund?

Die Farbe beeinflusst vor allem die Wirkung des Aquariums. Auf sehr hellem Sand fallen Mulm, Futterreste und Algen schnell auf. Weißer Bodengrund kann durch die Beleuchtung stark reflektieren und wirkt nach einiger Zeit häufig weniger gleichmäßig als am Tag der Einrichtung.

Dunkler Sand oder Kies lässt Pflanzenfarben kräftig erscheinen und wirkt in vielen naturnahen Aquarien ruhiger. Vollständig schwarzer Bodengrund ist jedoch keine biologische Voraussetzung. Braune, graue und gemischte Naturtöne können ebenso geeignet sein.

Bunt lackierter Kies sollte nur verwendet werden, wenn er ausdrücklich für Aquarien vorgesehen, wasserfest und frei von scharfen Kanten ist. Abplatzende Beschichtungen oder unbekannte Materialien haben im Aquarium nichts verloren.

Welcher Bodengrund eignet sich für Garnelen?

Für Neocaridina-Garnelen genügt in vielen Fällen ein neutraler Sand oder feiner Kies. Er verändert die Wasserwerte nicht gezielt und erleichtert dadurch die Kontrolle. Futterreste sind auf einer freien Bodenfläche gut sichtbar und können entfernt werden.

Empfindlichere Caridina-Arten werden häufig in weichem, leicht saurem Wasser gepflegt. Ein passender aktiver Soil kann diese Bedingungen unterstützen. Er ersetzt jedoch weder geeignetes Ausgangswasser noch regelmäßige Messungen. Wird hartes Leitungswasser verwendet, kann es die Wirkung des Soils bei jedem Wasserwechsel teilweise aufheben.

Der geplante Grundlagenartikel über Garnelen im Aquarium ordnet Bodengrund, Wasserwerte, Filterung und Fütterung für die verschiedenen Gruppen gemeinsam ein.

Bodengrund richtig reinigen

Sand wird am besten oberflächlich abgesaugt. Der Schlauch oder die Mulmglocke bleibt knapp über dem Boden, sodass leichte Ablagerungen verschwinden, ohne große Mengen Sand mitzunehmen. Starkes tiefes Durchwühlen ist bei einem bepflanzten Becken unnötig und beschädigt Wurzeln.

Bei Kies kann eine Mulmglocke vorsichtig zwischen unbepflanzten Bereichen eingesetzt werden. In dicht durchwurzelten Zonen sollte der Boden nicht bei jedem Wasserwechsel tief gereinigt werden.

Soil wird besonders zurückhaltend behandelt. Die Körner werden mit zunehmendem Alter weicher und können durch kräftiges Absaugen zerfallen. Lose Pflanzenteile und sichtbare Ablagerungen lassen sich von der Oberfläche entfernen.

Eine vollständige sterile Reinigung ist weder notwendig noch sinnvoll. Bodengrund ist eine besiedelte Oberfläche im Aquarium. Entfernt werden sollen belastende Ablagerungen, nicht jede Spur biologischen Lebens.

Sand und Kies miteinander mischen?

Unterschiedliche Körnungen bleiben selten dauerhaft so liegen, wie sie eingerichtet wurden. Feines Material rutscht in die Zwischenräume des gröberen Substrats. Gründelnde Fische, Schnecken, Pflanzenarbeiten und Wasserwechsel beschleunigen die Vermischung.

Dekorative Sandwege in einem Aquascape benötigen deshalb feste Begrenzungen und regelmäßige Pflege. Selbst dann wandern einzelne Soil- oder Kieskörner in die helle Fläche. Wer sich an jedem sichtbaren dunklen Korn stört, wird mit solchen Layouts viel Arbeit haben.

Für dauerhaft ruhige Becken ist ein einheitlicher Bodengrund oft praktischer. Unterschiedliche Höhen und Strukturen lassen sich mit Holz, Steinen und Pflanzengruppen erzeugen. Weitere Gestaltungsmöglichkeiten behandelt der Beitrag Aquascape planen: Layout, Hardscape und Pflanzen.

Konkrete Kaufentscheidung nach Aquarientyp

Wenn du dieses Aquarium planstSinnvolle WahlPassendes Produkt
Becken für Panzerwelse oder andere gründelnde Bodenfischefeiner, abgerundeter SandJBL Sansibar Dark, 10 Kilogramm – Werbelink
klassisches bepflanztes Gesellschaftsaquariumfeiner, wasserneutraler QuarzkiesDennerle Kristall-Quarzkies Dunkelbraun, 10 Kilogramm – Werbelink
Pflanzenbecken oder Aquascape mit aktiver Wasserbeeinflussungnährstoffhaltiger SoilDennerle Scaper’s Soil, 8 Liter – Werbelink
stark bepflanztes Aquascaping-Aquariumaktiver Plant SoilJBL ProScape PlantSoil Brown, 9 Liter – Werbelink
Neocaridina-Aquariumneutraler Sand oder feiner KiesAuswahl nach Wasserwerten und gewünschter Farbe
Caridina-Aquarium mit vorbereitetem Weichwasserpassender aktiver SoilWirkung des konkreten Produkts mit Zielwerten abgleichen

Für ein langlebiges Gesellschaftsaquarium ist neutraler Sand oder feiner Kies meist die unkomplizierteste Entscheidung. Soil lohnt sich, wenn seine aktive Wirkung tatsächlich gebraucht wird und die Wasserpflege darauf abgestimmt ist. Wer ausschließlich wegen der Pflanzen zu Soil greift, obwohl robuste Arten und hartes Leitungswasser vorgesehen sind, kauft unter Umständen ein teures Problem mit begrenzter Wirkungsdauer.

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