Lebendfutter bringt selbst zurückhaltende Aquarienfische in Bewegung. Sobald eine Mückenlarve durchs Wasser zuckt, wird aus dem eben noch stoisch herumstehenden Fisch ein aufmerksamer Jäger. Im Aquarium fällt dieses natürliche Angebot allerdings deutlich kleiner aus als in einem Teich, Graben oder langsam fließenden Gewässer.
Schwarze Mückenlarven lassen sich im Sommer leicht finden. Sie besiedeln Regentonnen, Pflanzuntersetzer und andere Behälter mit stehendem Wasser. Wer die Larven rechtzeitig absammelt, kann sie frisch verfüttern oder portionsweise einfrieren. Wegen der zunehmenden Verbreitung der Asiatischen Tigermücke dürfen offene Wasserbehälter heute jedoch nicht mehr einfach wochenlang sich selbst überlassen werden. Aus einer kleinen Futterzucht kann sonst eine ziemlich lästige Mückenproduktion werden.
Schwarze Mückenlarven als Fischfutter
Als Schwarze Mückenlarven werden die Larven verschiedener Stechmücken aus der Familie der Culicidae bezeichnet. Sie hängen häufig direkt unter der Wasseroberfläche. Am Hinterleib sitzt ein Atemrohr, mit dem sie Luft aufnehmen. Bei einer Erschütterung schnellen sie mit peitschenartigen Bewegungen nach unten.
Genau dieses Verhalten macht sie für viele Fische interessant. Die Bewegung spricht den Jagdreflex an und kann bei scheuen oder schwer ans Futter gehenden Tieren hilfreich sein. Mit einer Länge von ungefähr sechs bis elf Millimetern eignen sich ausgewachsene Larven für zahlreiche mittelgroße Aquarienfische. Frisch geschlüpfte Larven sind erheblich kleiner.
| Futterform | Geeignet für | Besonderheit |
|---|---|---|
| frisch geschlüpfte Larven | größere Jungfische und kleine Fischarten | sehr klein, müssen sorgfältig dosiert werden |
| lebende größere Larven | jagende und bewegungsorientierte Fische | lösen einen starken Futterreiz aus |
| aufgetaute Mückenlarven | viele Gesellschaftsfische | bequem zu portionieren, keine Mücke kann mehr schlüpfen |
| fein zerkleinerte Larven | kleinere Fische und einige Wirbellose | nur kleine Mengen verfüttern |
| selbst gefrostete Portionen | Wintervorrat | benötigen eine saubere und lückenlose Kühlung |
Schwarze Mückenlarven enthalten Proteine und Fett. Ihre genaue Zusammensetzung hängt vom Entwicklungsstadium und von den Bedingungen im Gewässer ab. Sie sind daher eine Ergänzung des Speiseplans, kein vollständiges Alleinfutter.
Bei Zuchttieren kann abwechslungsreiches Lebend- und Frostfutter die Konditionierung unterstützen. Ob Fische tatsächlich laichen, hängt ebenso von Wasserwerten, Temperatur, Alter, Geschlechterverhältnis und geeigneten Laichplätzen ab.
Wo sich Mückenlarven finden lassen
Stechmücken legen ihre Eier in oder an kleinen Wasseransammlungen ab. Manche Arten setzen zusammenhängende Eipakete auf die Oberfläche, andere platzieren einzelne Eier knapp oberhalb der Wasserlinie. Regentonnen, Eimer und Pflanzuntersetzer können deshalb innerhalb kurzer Zeit besiedelt werden.
Zum Absammeln eignet sich ein sehr feinmaschiger Kescher. Mit einem normalen Fischkescher entkommen kleine Larven häufig durch das Netz. Ein feiner Kescher für Kleinstlebewesen – Werbelink ist auch für Wasserflöhe und anderes kleines Lebendfutter brauchbar.
Gesammelt wird ausschließlich aus sauberem, unbelastetem Wasser. Pfützen an Straßen, Auffangbehälter in Gewerbegebieten und Gewässer in der Nähe frisch behandelter Gartenflächen sind ungeeignet. Dort können Öl, Pflanzenschutzmittel oder andere Schadstoffe eingetragen worden sein.
| Fundort | Einschätzung | Warum? |
|---|---|---|
| eigene saubere Regentonne | bedingt geeignet | Herkunft und mögliche Belastungen sind bekannt |
| eigener unbehandelter Wasserkübel | bedingt geeignet | gut kontrollierbar, muss regelmäßig überprüft werden |
| Pflanzuntersetzer | nur für sehr kleine Mengen | erwärmt sich schnell und kippt leicht |
| Straßenpfütze | ungeeignet | mögliche Belastung durch Öl, Reifenabrieb und Schmutzwasser |
| fremde Regentonne | ungeeignet | keine Kontrolle über verwendete Mittel und Wasserqualität |
| Naturschutzgebiet oder fremdes Gewässer | nicht entnehmen | Eigentums-, Natur- und Artenschutz müssen beachtet werden |
Keine unkontrollierte Mückenzucht anlegen
Der ursprüngliche Gedanke ist einfach: Ein Behälter mit Wasser und etwas organischem Material zieht Mücken an. Inzwischen ist dieser Tipp mit Vorsicht zu behandeln. Die Asiatische Tigermücke nutzt gerade kleine künstliche Wasseransammlungen zur Vermehrung.
Die Stadt Karlsruhe empfiehlt, Tiertränken und ähnliche Behälter einmal pro Woche vollständig auszuleeren. Regentonnen sollen abgedeckt werden. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg nennt Wasserreste in Eimern, Regentonnen und Blumenvasen als mögliche Brutstätten.
Für die Futtergewinnung bedeutet das: Vorhandene Larven können vollständig abgesammelt werden. Ein offener Kübel sollte jedoch nicht über längere Zeit absichtlich als Mückenbrutstätte betrieben werden. Besonders wichtig ist, keine Puppen oder kurz vor dem Schlupf stehenden Tiere zu übersehen.
Larven, die nicht sofort verfüttert werden, kommen unmittelbar in die Gefrierportionen. Das Restwasser wird so beseitigt, dass keine Tiere weiterleben und sich entwickeln können.
Mückenlarven richtig absieben
Die Larven werden mit einem feinen Kescher oder Sieb aus dem Behälter genommen. Anschließend spült man sie vorsichtig mit sauberem, kühlem Wasser. Dafür eignet sich ein Artemiasieb mit feiner Maschenweite – Werbelink.
Zwischen den Larven befinden sich häufig Pflanzenreste, Häutungsrückstände und andere kleine Wasserbewohner. Sichtbare Fremdkörper werden aussortiert. Riecht das Wasser faulig oder sind tote Tiere darin, wird die gesamte Portion verworfen.
Einige Larven können direkt lebend verfüttert werden. Dabei kommt nur so viel ins Aquarium, wie die Fische zeitnah fressen. Nicht gefressene Larven können sich verpuppen und später als Mücke schlüpfen.
Frostfutter portionsweise einfrieren
Für einen Wintervorrat werden die gespülten Larven auf kleine Gefrierformen verteilt. Große Eiswürfel sind unpraktisch, weil sich eine einmal aufgetaute Portion nicht erneut einfrieren sollte. Kleine Mulden erlauben eine genauere Dosierung.
Eine kleine Silikon-Gefrierform mit Deckel – Werbelink verhindert, dass die Portionen offen zwischen anderen Lebensmitteln liegen. Die verwendete Form bleibt anschließend ausschließlich für Fischfutter reserviert.
| Arbeitsschritt | Vorgehen | Häufiger Fehler |
|---|---|---|
| absammeln | Larven mit feinem Kescher entnehmen | Puppen und andere Tiere ungeprüft übernehmen |
| spülen | mit sauberem, kühlem Wasser abbrausen | verschmutztes Behälterwasser mit einfrieren |
| kontrollieren | tote Larven und Fremdkörper entfernen | auffällig riechende Portion trotzdem verwenden |
| portionieren | kleine Futtermengen abfüllen | Würfel für mehrere Fütterungen herstellen |
| einfrieren | zügig und vollständig durchfrieren | Formen längere Zeit warm stehen lassen |
| umfüllen | gefrorene Portionen beschriften und geschlossen lagern | Fischfutter offen neben Lebensmitteln aufbewahren |
| verfüttern | Portion auftauen, abspülen und sofort geben | gefrorenen Würfel direkt ins Aquarium werfen |
Auf dem Gefrierbeutel stehen Inhalt und Einfrierdatum. Das verhindert, dass Monate später ein nicht mehr erkennbarer dunkler Würfel im Gefrierschrank herumliegt.
Frostfutter vor dem Verfüttern auftauen
Die alte Praxis, einen gefrorenen Futterwürfel direkt ins Aquarium zu geben, ist nicht empfehlenswert. Die Fische zupfen dann teilweise an noch gefrorenen Larven, während sich Tauwasser und feine Rückstände im Becken verteilen.
Besser ist es, die benötigte Portion in einem feinen Sieb aufzutauen und kurz mit kühlem Wasser abzuspülen. Auch der Fachhändler Aquasabi empfiehlt in seinem Beitrag über das Auftauen von Frostfutter, die Würfel vor der Fütterung aufzutauen.
Aufgetautes Futter wird unmittelbar verfüttert. Reste gehören nicht zurück in den Gefrierschrank. Hat sich Geruch, Farbe oder Konsistenz auffällig verändert, wird die Portion entsorgt.
Wie viel Frostfutter gehört ins Aquarium?
Die passende Menge hängt vom Besatz ab. Ein Aquarium mit wenigen kleinen Fischen benötigt nur einen Bruchteil dessen, was für eine Gruppe größerer, lebhaft jagender Arten angemessen wäre.
Die Portion ist richtig gewählt, wenn das Futter innerhalb kurzer Zeit aufgenommen wird und sich keine Larven zwischen Pflanzen oder im Bodengrund ansammeln. Besonders bei kleinen Aquarien ist ein ganzer handelsüblicher Würfel häufig zu viel.
Frostfutter kann Trocken- oder Granulatfutter ergänzen. Eine abwechslungsreiche Fütterung berücksichtigt die natürliche Ernährungsweise der gehaltenen Art. Pflanzenfresser, Aufwuchsfresser und stark spezialisierte Fische können mit zusätzlichen Mückenlarven allein nicht bedarfsgerecht ernährt werden.
Übrig gebliebene Futterreste belasten das Wasser. Werden regelmäßig größere Mengen Frostfutter gegeben, müssen Filterpflege und Wasserwechsel dazu passen. Hinweise zur Auswahl und Wartung findest du in den Ratgebern über Innenfilter im Aquarium und Außenfilter im Aquarium.
Können Garnelen Mückenlarven fressen?
Aufgetaute oder tote Mückenlarven werden gelegentlich von Garnelen, Krebsen und Schnecken angenommen. Sie ersetzen bei diesen Tieren jedoch kein ausgewogenes Hauptfutter. Größere Stücke bleiben unter Umständen liegen und verderben.
Im Garnelenaquarium wird deshalb besonders sparsam gefüttert. Eine kleine aufgetaute Larve reicht für mehrere Zwerggarnelen meist vollkommen aus. Was nach kurzer Zeit unbeachtet bleibt, wird entfernt. Weitere Hinweise zur Ernährung und Haltung stehen im Beitrag über Garnelen im Aquarium.
Schwarze Mückenlarven sind ein interessantes Saisonfutter, wenn sie aus sauberem Wasser stammen und vollständig kontrolliert werden. Der entscheidende Unterschied liegt zwischen dem Absammeln vorhandener Larven und einer wochenlang unbeaufsichtigten Mückenzucht. Wer sauber siebt, kleine Portionen einfriert und das Futter vor der Gabe auftaut, kann einen Teil des sommerlichen Angebots bis in den Winter hinein nutzen.
Dieser Beitrag basiert auf meinem Artikel „Frostfutter einfach selbst gemacht“, erschienen in aquaristik 3/2023. Die ursprüngliche Magazinfassung wurde für lou-herfurth.de fachlich aktualisiert und redaktionell überarbeitet. Die Veröffentlichung und meine Autorenschaft sind im Heftarchiv des Dähne Verlags sowie in der Onlinefassung des Artikels belegt.
Hinweis zu den Produktlinks: Einige Verlinkungen führen zu Amazon und sind als Werbelinks gekennzeichnet. Wenn du darüber etwas bestellst, unterstützt du meine Arbeit an diesen Aquaristikratgebern. Dein Kaufpreis bleibt unverändert. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Eigene Fotos:
| Motiv | Alt-Text | Bildunterschrift |
|---|---|---|
| Schwarze Mückenlarven im Wasserbehälter | Schwarze Mückenlarven an der Wasseroberfläche eines Behälters | Über ihr Atemrohr nehmen die Larven direkt unter der Wasseroberfläche Luft auf. |
| Absammeln mit feinem Kescher | Schwarze Mückenlarven werden mit einem feinen Kescher abgesammelt | Ein engmaschiges Netz hält auch kleinere Larven zurück. |
| Larven im Artemiasieb | Abgesiebte schwarze Mückenlarven in einem feinen Futtersieb | Vor dem Einfrieren werden Fremdkörper entfernt und die Larven abgespült. |
| Portionen in Gefrierform | Mückenlarven werden als Frostfutter in kleinen Formen portioniert | Kleine Portionen lassen sich später passend zum Fischbesatz auftauen. |
| Gefrorene Futterportionen | Selbst gemachtes Frostfutter für Aquarienfische | Beschriftete Portionen bleiben im Gefrierschrank eindeutig zuzuordnen. |
| Aufgetautes Frostfutter im Sieb | Aufgetaute Mückenlarven werden vor dem Verfüttern abgespült | Frostfutter wird aufgetaut und nicht als gefrorener Würfel ins Aquarium gegeben. |
Dieser Beitrag basiert auf meinem Artikel „Frostfutter einfach selbst gemacht“, erschienen in der Zeitschrift aquaristik, Ausgabe 3/2023. Für die Veröffentlichung auf lou-herfurth.de wurde der Text fachlich aktualisiert und redaktionell überarbeitet.
Hinweis zu den Produktlinks: Einige Links in diesem Beitrag sind Werbelinks. Wenn du über einen solchen Link etwas bestellst, erhalte ich eine Provision. Dein Kaufpreis bleibt unverändert. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

