Ein Nanoaquarium bietet Lebensraum und die Möglichkeit, ein Stück Natur in den eigenen vier Wänden zu pflegen. Statt eines XXL-Aquariums eröffnen gerade Nano Cubes spannende Möglichkeiten, dem feuchtfröhlichen Hobby auch bei Platzmangel zu frönen.
Wenn wir an Nanoaquarien denken, ist das eher unrühmliche Goldfischglas oft das Erste, das uns in den Sinn kommt. Zum Glück haben sich Aquaristik und Tierwohlverständnis weiterentwickelt, sodass diese Vasen mit Fischbouillabaisse langsam aus deutschen Wohnzimmern verschwinden. Es muss nicht immer XXL sein. Auch in einem Nano Cube finden Träume Platz.
Als Nanoaquarien werden gewöhnlich kleine Becken mit einem Volumen zwischen etwa 10 und 60 Litern bezeichnet. Eine verbindliche Definition gibt es dafür nicht. Die Größe setzt dem möglichen Tierbesatz jedoch enge Grenzen. Fische sollten nicht in Kleinstaquarien gepflegt werden. In diesem Ratgeber gilt für die Fischhaltung eine Untergrenze von 60 Litern. Selbst dann entscheidet die Literzahl nicht allein. Grundfläche, Beckenlänge, Einrichtung und die Ansprüche der jeweiligen Fischart müssen ebenfalls passen.
| Aquariengröße | Sinnvolle Nutzung | Möglicher Besatz |
|---|---|---|
| 10 bis 20 Liter | Pflanzenaquarium oder kleines Aquascape | ausgewählte Schneckenarten, keine Fische |
| 25 bis 35 Liter | Garnelenaquarium oder Pflanzenaquarium | Zwerggarnelen und geeignete Schnecken |
| 40 bis unter 60 Liter | größeres Garnelenbecken oder Aquascape | Wirbellose, keine pauschale Empfehlung für Fische |
| ab 60 Liter | bepflanztes Aquarium mit größerer Grundfläche | ausgewählte Fische nach Prüfung ihrer Haltungsansprüche |
| ab 60 Liter | dicht bepflanztes Einzelbecken | ein Kampffisch, sofern Einrichtung und Wasserwerte passen |
Soll es ein Unterwasserspielplatz werden oder eine liebevoll gestaltete Landschaft, die an Gebirge, Dschungel oder einen majestätischen Garten erinnert? Wasserpflanzen leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Sie nehmen Nährstoffe auf, produzieren während der Beleuchtungszeit Sauerstoff und bieten den späteren Bewohnern Schutz. Fische und Wirbellose nutzen dichte Pflanzenbestände als Rückzugsort, Weidefläche oder Laichplatz.
Vom Modellbau zum Aquariengestalter
Was heute Aquascaping heißt, war früher vermutlich die berühmte Modelleisenbahn, an der stunden- und tagelang getüftelt, geklebt und liebevoll gebaut wurde. Irgendwann rollte die erste Lok durch Berge und Tunnel, über blühende Landschaften und zum kleinen Bahnhof im Tal.
Wie wir sehen, wiederholen sich manche Interessen mit anderen Gesichtern. Das Aquascape steht heute vielleicht eher im Wohnzimmer als die Modelleisenbahn im Keller. Eine Gemeinsamkeit haben beide: In der unglaublichen Auswahl der Möglichkeiten kann nahezu derselbe Wert investiert werden. Zwischen Standard und Hightech liegt oft nur ein schmaler Grat.
Aquascaping bezeichnet die Gestaltung einer Landschaft unter Wasser. Stell dir eine Postkarte der Schweizer Alpen vor, die Lüneburger Heide oder eine Momentaufnahme des Mato Grosso. Mithilfe von Wurzeln, Steinen und geeigneten Pflanzen lassen sich solche Eindrücke im Aquarium aufgreifen.
Kleine Aquarien besitzen im Gegensatz zu ihren großen Brüdern nur eine begrenzte Höhe und Grundfläche. Die Auswahl der Wasserpflanzen verdient deshalb besondere Aufmerksamkeit. Viele Standardpflanzen erreichen schnell 40 bis 60 Zentimeter. Sie liegen dann auf der Wasseroberfläche und verdecken kleineren Pflanzen das Licht.
Auch der spätere Tierbesatz spielt bei der Pflanzenauswahl eine Rolle. Zwerggarnelen benötigen während der Häutung geschützte Bereiche. Feinfiedrige Pflanzen und Moose werden gerne als Rückzugsmöglichkeit angenommen. Fische können zu Beginn schüchtern sein und sich in einem dichten Pflanzenbestand erholen.
Schnell wachsende Pflanzen nehmen während der Einfahrphase viele Nährstoffe auf. Im kleinen Aquarium dürfen sie dennoch nicht unkontrolliert wachsen. Sonst ist der freie Raum nach wenigen Wochen verschwunden.
Erst den Besatz planen, dann das Aquarium kaufen
Aquariengröße, Wasserwerte und spätere Bewohner müssen zusammenpassen. Ein Nano Cube mit 30 Litern eignet sich gut für viele Zwerggarnelen, ist aber kein Fischbecken. Wer einen Kampffisch pflegen möchte, sollte mindestens 60 Liter einplanen und auf eine geringe Strömung, dichte Bepflanzung sowie ruhige Bereiche nahe der Wasseroberfläche achten.
Ein Komplettset kann den Einstieg erleichtern. Vor dem Kauf eines Nano-Aquariums mit Beleuchtung und Filter – Werbelink sollte trotzdem geprüft werden, ob die enthaltene Technik zum geplanten Besatz passt. Ein kräftiger Filter ohne Ansaugschutz kann für Junggarnelen ungeeignet sein. Eine schwache Lampe reicht möglicherweise nicht für den gewünschten Pflanzenteppich.
| Geplanter Besatz | Worauf bei der Einrichtung zu achten ist |
|---|---|
| Zwerggarnelen | feiner Ansaugschutz, Moose, Verstecke und große Aufwuchsflächen |
| Schnecken | geeignete Wasserhärte, Mineralversorgung und ausbruchssichere Abdeckung je nach Art |
| Kampffisch | mindestens 60 Liter, geringe Strömung, Abdeckung und Pflanzen bis nahe an die Oberfläche |
| reines Pflanzenaquarium | Beleuchtung, Bodengrund und Düngung auf die gewählten Pflanzen abstimmen |
| Aquascape ohne Tierbesatz | gestalterische Freiheit, Technik bleibt vom Pflanzenbedarf abhängig |
Der Ratgeber über Garnelen im Aquarium behandelt die Haltung der verschiedenen Zwerggarnelen genauer.
Von unten nach oben
Der Bodengrund spielt auch im Nanoaquarium eine wichtige Rolle. Einige Pflanzen nehmen den Großteil ihrer Nährstoffe über die Blätter auf, andere versorgen sich stärker über die Wurzeln.
Eine nährstoffreiche Schicht unter dem eigentlichen Kies ist nicht in jedem Aquarium erforderlich. Aufsitzerpflanzen wie Anubias, Bucephalandra und Javafarn nehmen ihre Nährstoffe vor allem über das Wasser auf. Stark wurzelnde Cryptocorynen können in Sand oder Kies gezielt mit Wurzelkapseln versorgt werden. Aktiver Soil eignet sich für viele Aquascapes und bestimmte Garnelenarten, beeinflusst jedoch die Wasserwerte und muss deshalb zum geplanten Besatz passen.
| Bodengrund | Geeignet für | Zu beachten |
|---|---|---|
| feiner Aquariensand | einfache Pflanzenaquarien und Tiere, die feinen Boden benötigen | speichert selbst nur wenige Nährstoffe |
| abgerundeter Aquarienkies | viele robuste Pflanzen und Garnelenbecken | Körnung und Wasserneutralität prüfen |
| aktiver Soil | Aquascaping und bestimmte Weichwassergarnelen | verändert je nach Produkt Härte und pH-Wert |
| Lavagranulat | Unterbau für höhere Landschaften | sicher abdecken und gegen Verrutschen stabilisieren |
| Wurzelkapseln | gezielte Versorgung einzelner Wurzelzehrer | tief genug in den Bodengrund drücken |
Bei einem Aquascape wird das Becken stellenweise trocken eingerichtet und anschließend bepflanzt. Sind Gebirge und Landschaften entstanden, werden freie Bereiche mit Kies oder Soil aufgefüllt. Wurzeln und Steine können schon vor dem Befüllen mit Aufsitzerpflanzen und Moosen bestückt werden. Während der Einrichtung müssen die Pflanzen feucht gehalten werden.
Welche Eigenschaften die verschiedenen Materialien haben, steht ausführlicher im Beitrag über den Bodengrund im Aquarium.
Kleine Unterwassergärtnerei
Bei der Auswahl neuer Pflanzen solltest du auf ihre Endgröße sowie ihre Ansprüche an Licht, Nährstoffe und Wasserwerte achten. Eine Pflanze, die unter den vorhandenen Bedingungen nicht gedeiht, verliert Farbe und Blätter und verwandelt sich irgendwann in ein Mikado-Stäbchenparadies. Das sieht nicht schön aus und bietet den gepflegten Tieren kaum noch Schutz. Absterbende Pflanzenmasse belastet das Wasser.
Auch die Wasserhärte kann eine Rolle spielen. Ein Hartwasserbecken mit Neocaridina-Garnelen stellt andere Bedingungen als ein Weichwasseraquarium für empfindlichere Caridina-Arten. Die Pflanzenauswahl wird deshalb erst getroffen, wenn die Wasserwerte und der spätere Besatz bekannt sind.
Im Nanoaquarium lohnt sich die Planung nach Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund. Klein bleibende Pflanzen lassen das Becken größer wirken und benötigen weniger häufig einen radikalen Rückschnitt.
| Pflanzbereich | Geeignete Beispiele | Ungefähre Wirkung |
|---|---|---|
| Vordergrund | Cryptocoryne parva, Marsilea crenata, Eleocharis sp. „Mini“ | niedrige Bestände oder ein rasenartiger Eindruck |
| Mittelgrund | Staurogyne repens, kleine Cryptocorynen, Hydrocotyle tripartita | Übergang zwischen Bodendeckern und Hintergrund |
| Hintergrund | kleinere Rotala- und Ludwigia-Sorten | Höhe, Farbe und Sichtschutz |
| Wurzeln und Steine | Anubias, Bucephalandra und kompakte Javafarne | Begrünung des Hardscapes |
| schattige Bereiche | kleine Anubias und Javafarne | Bepflanzung bei geringerem Licht |
| Rückzugsorte | Javamoos, Weeping-Moos und andere feine Moose | Schutz und Weideflächen für Garnelen |
Der große Ratgeber über Aquariumpflanzen hilft bei der Zusammenstellung geeigneter Arten.
Die großen Drei
Eine Wasserpflanze hängt vor allem von der Beleuchtung, einer passenden Nährstoffversorgung und verfügbarem Kohlenstoff ab. Bodengrund und Wasserwerte entscheiden ebenfalls darüber, welche Arten sich wohlfühlen.
Gerade bei Licht, Bodengrund und CO₂ wird gerne am falschen Ende gespart. Das bedeutet allerdings nicht, dass für jedes Nanoaquarium die teuerste Technik notwendig wäre. Ein Becken mit Anubias, Javafarn, Moosen und genügsamen Cryptocorynen kann mit mäßigem Licht und ohne zusätzliche CO₂-Anlage funktionieren. Anspruchsvolle Bodendecker und rote Stängelpflanzen stellen höhere Anforderungen.
Aktiver Soil kann in der Anfangszeit gute Bedingungen für viele Pflanzen bieten. Er ist trotzdem nicht für jedes Aquarium die beste Wahl. Seine Wirkung auf die Wasserchemie muss zum Besatz passen. Ein neutraler Kies oder Sand mit gezielter Wurzeldüngung kann ebenso sinnvoll sein.
Moderne LED-Leuchten benötigen wenig Platz und lassen sich an die Abmessungen kleiner Becken anpassen. Wie viel Licht erforderlich ist, hängt von den Pflanzen und der Beckentiefe ab. Sehr starkes Licht steigert den Nährstoff- und CO₂-Bedarf. Hält die Versorgung nicht mit, beginnen Pflanzen zu kümmern und Algen nutzen die entstandene Lücke.
Eine konstante Beleuchtungsdauer lässt sich mit einer Zeitschaltuhr – Werbelink einhalten. Weitere Hinweise stehen in der Kaufberatung zur Aquarium-Beleuchtung.
CO₂ im Nanoaquarium
Pflanzen benötigen Kohlenstoff. Viele robuste Arten können ihren Bedarf ohne zusätzliche CO₂-Anlage decken, sofern Beleuchtung und Wachstumsgeschwindigkeit dazu passen. Bei stark beleuchteten Aquascapes vergrößert eine geregelte CO₂-Zufuhr die Auswahl möglicher Pflanzen.
Für kleine Aquarien werden kompakte CO₂-Anlagen mit einem feinen Diffusor angeboten. Entscheidend ist eine kontrollierbare Dosierung. Eine Nachtabschaltung verhindert, dass während der Dunkelphase weiterhin Gas zugeführt wird, obwohl die Pflanzen dann kein CO₂ für die Photosynthese verbrauchen.
CO₂-Tabletten gewährleisten keine gleichmäßige Versorgung. Sogenannter flüssiger Kohlenstoff ist kein gleichwertiger Ersatz für eine CO₂-Anlage. Solche Präparate können Wirkstoffe enthalten, die bei falscher Anwendung Tiere, Moose und empfindliche Pflanzen schädigen.
Eine CO₂-Anlage darf nie nach Gefühl stark aufgedreht werden. Zeigen Tiere eine beschleunigte Atmung oder halten sie sich auffällig nahe der Wasseroberfläche auf, wird die Zufuhr gestoppt und die Oberflächenbewegung erhöht. Der geplante Beitrag über die CO₂-Anlage im Aquarium behandelt Auswahl, Einstellung und Sicherheitskontrolle ausführlich.
Das Hardscape im Layout
Wer sich mit Gesteinen und Hölzern für das Aquarium beschäftigt, stellt schnell fest, dass die Auswahl enorm ist. Nicht jeder Stein und jede Wurzel, die beim Spazierengehen gefunden werden, eignen sich für das neue Projekt.
Bei unbekanntem Holz lässt sich kaum beurteilen, mit welchen Stoffen es in Berührung gekommen ist und wie weit die Zersetzung bereits fortgeschritten ist. Frisches Nadelholz kann Harze und andere unerwünschte Stoffe enthalten. Bei Steinen besteht je nach Gesteinsart die Möglichkeit, dass sie das Wasser aufhärten oder Stoffe abgeben.
Am sichersten sind Materialien, die ausdrücklich für die Verwendung im Aquarium angeboten werden. Auch diese müssen zur gewünschten Wasserchemie passen.
Beim Kauf kannst du die Grundfläche des neuen Aquariums auf Papier oder Karton übertragen und den Zuschnitt mitnehmen. Du wirst erstaunt sein, wie klein das Aquarium plötzlich erscheint, sobald die ersten Steine und Wurzeln auf dem Grundriss liegen.
Aquarienwurzeln werden vor dem Einsetzen gewässert, wenn sie noch auftreiben. Sie saugen sich mit Wasser voll und gewinnen an Gewicht. Manche Holzarten färben das Wasser durch Huminstoffe braun. Das ist nicht automatisch schädlich. Wer klares Wasser bevorzugt, kann die Wurzel länger vorwässern und das Wasser im Behälter mehrmals austauschen.
Auf neuen Wurzeln bildet sich gelegentlich ein weißlicher Biofilm. Garnelen und Schnecken weiden ihn gerne ab. Er kann abgesaugt oder abgebürstet werden und verschwindet gewöhnlich nach einiger Zeit.
Steinaufbauten müssen sicher stehen. Schwere Steine werden nicht lose auf einen hohen Soilberg gesetzt. Gibt der Bodengrund später nach oder gräbt ein Tier darunter, kann die Konstruktion einstürzen.
Ohne Moos nichts los
Die Auswahl der Moose hängt vom Layout und von der Nährstoffversorgung ab. Einfache Moospolster lassen sich mit Javamoos gestalten. Taxiphyllum barbieri wächst vergleichsweise unkompliziert und wird von manchen Fischen als Laichsubstrat genutzt.
Hängende Polster entstehen mit Vesicularia ferriei „Weeping“. Das Moos sorgt an einer erhöhten Wurzel für räumliche Tiefe. Taxiphyllum sp. „Flame Moss“ wächst eher aufrecht und setzt auf dunklem Holz einen deutlichen Kontrast.
Wer Geduld und einen grünen Daumen besitzt, kann anspruchsvollere Moose verwenden. Fissidens fontanus, das Phönixmoos, bildet kurze, weiche Triebe und mit der Zeit dichte Polster. Korallenmoos aus der Gattung Riccardia wächst filigran und erinnert in seiner Struktur an kleine Korallen.
Mooskugeln sind keine Moose, sondern Algenkolonien. Sie sollten nicht zerschnitten und im Aquarium verteilt werden, wenn eine unkontrollierte Ausbreitung der Alge vermieden werden soll.
In Moospolstern sammelt sich leicht Mulm. Bei der Pflege werden sie vorsichtig ausgeschüttelt oder während des Wasserwechsels mit geringer Saugkraft abgesaugt.
Kleben oder binden
Sind Aquariengröße, Tierbesatz, Technik und Pflanzen festgelegt, ist die kreative Ader gefragt. Hilfreich kann eine Skizze des Layouts sein. Auch eine Postkarte oder das Bild einer Landschaft kann als Vorlage dienen.
Unter Hardscape verstehen wir die Teile der Gestaltung, die aus Wurzeln und Steinen bestehen. Sie werden nach und nach mit Pflanzen und Moosen bestückt.
Das Aufkleben ist eine einfache Methode, um gezielt zu dekorieren. Die Klebefläche sollte sauber sein. Geeigneter Cyanacrylat-Kleber wird nur sparsam aufgetragen. Moose lassen sich auseinanderzupfen und in kleinen Portionen befestigen. Zu viel Kleber bleibt als helle Fläche sichtbar.
Ein Pflanzenkleber für Aquascaping – Werbelink eignet sich für kleine Moospolster und Aufsitzerpflanzen. Die befestigte Stelle muss später genügend Licht erhalten. Wird das Moos zu üppig, kann es mit einer Schere gekürzt werden. Abgeschnittene Teile werden mit einem Fangnetz entfernt oder an anderer Stelle erneut befestigt.
Eine weitere Möglichkeit ist das Aufbinden. Dabei wird das Moos mit geeignetem Faden oder einem feinen Netz auf einem Stein oder einer Wurzel fixiert. Lose Schlaufen müssen vermieden werden, weil sich Tiere darin verfangen können.
Moose können ebenfalls in Spalten zwischen Steinen gesteckt werden. Dort wachsen sie mit der Zeit fest, sofern Strömung und Bewohner sie nicht wieder herausziehen.
Aufsitzerpflanzen richtig befestigen
Anubias, Bucephalandra und Javafarn werden nicht mit dem Rhizom in den Bodengrund gesetzt. Das Rhizom kann dort faulen. Die Pflanzen lassen sich in Spalten fixieren, sparsam aufkleben oder auf Wurzeln und Steinen festbinden.
Wer größere Teile des Layouts nicht mit Kleber versehen möchte, kann die Pflanzen zunächst auf kleinen Wurzel- oder Steinstücken befestigen. Diese kleinen Kunstwerke werden anschließend im Aquarium so platziert, dass sie wie ein Teil der Landschaft wirken. Der Vorteil besteht darin, dass sie beweglich bleiben und zur Pflege herausgenommen werden können.
Javafarn bildet häufig Jungpflanzen an älteren Blättern. Sobald sie eigene Wurzeln entwickelt haben, können sie abgenommen und neu befestigt werden. Anubias und Bucephalandra werden über eine Teilung des Rhizoms vermehrt. Dafür wird ein sauberes, scharfes Werkzeug verwendet, damit das Gewebe nicht gequetscht wird.
Einige Anubias-Arten werden für ein Nanoaquarium zu groß. Kleinblättrige Sorten wie Anubias barteri var. nana „Petite“, „Bonsai“ oder „Pangolino“ eignen sich besser. Sie benötigen wenig Licht und begrünen auch schattigere Bereiche.
Bucephalandra gibt es mit grünen, rötlichen, goldenen oder violett schimmernden Blättern. Einige Sorten bleiben sehr klein, andere entwickeln längere und breitere Blätter. Der Sortenname allein verrät nicht immer zuverlässig, wie groß die Pflanze im eigenen Aquarium wird.
Auch bei Javafarn muss die Endgröße beachtet werden. Kompakte Sorten gehören in den mittleren oder hinteren Bereich. Das Rhizom wird beim Aufbinden nicht so fest eingeschnürt, dass es beschädigt wird.
Von hinten nach vorne
Sind Aufsitzerpflanzen und Moose platziert und feucht abgedeckt, werden die Stängelpflanzen eingesetzt. Am einfachsten arbeitet man von hinten nach vorne.
Längere Stängelpflanzen mit größeren Blättern kommen in den Hintergrund. Feingliedrige Pflanzen schaffen dort Rückzugsräume. Soll das Aquarium später Fische beherbergen, muss trotzdem genügend freier Schwimmraum bleiben.
Farbe und Form der Wasserpflanzen unterscheiden sich erheblich. Eine schnell wachsende rote Pflanze ist Alternanthera reineckii „Mini“, das Mini-Papageienblatt. Sie bildet Seitentriebe und kann zu einem kompakten Bestand heranwachsen. Ihre Färbung hängt stark von Licht und Nährstoffversorgung ab.
Stängelpflanzen wie Rotala und Ludwigia werden bei Bedarf gekürzt. Die abgeschnittenen Triebspitzen können erneut in den Bodengrund gesetzt werden und bilden dort Wurzeln. Auf diese Weise lässt sich der Bestand nach und nach verdichten.
Hydrocotyle tripartita bildet kleine, kleeblattartige Blätter und eignet sich für Mittel- und Vordergrund. Staurogyne repens besitzt einen niedrigen, kompakten Wuchs und kann Technik oder den Fuß eines Steinaufbaus verdecken.
Für den Vordergrund eignen sich je nach Licht und CO₂-Versorgung Marsilea crenata, Glossostigma elatinoides, Eleocharis parvula und andere klein bleibende Arten. Ein dichter Teppich entsteht nicht über Nacht. Frisch eingesetzte Teilstücke benötigen Zeit, um anzuwurzeln und Ausläufer zu bilden.
In-vitro-Kultur, Topfpflanze oder Pflanzenbund?
Bei der großen Auswahl werden wir mit Topfpflanzen, sterilen In-vitro-Kulturen und den üblichen Bundpflanzen konfrontiert. Jede Verkaufsform wird vor dem Einsetzen vorbereitet.
| Verkaufsform | Vorbereitung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Topfpflanze | Topf und Steinwolle möglichst vollständig entfernen | kräftige Einzelpflanzen, gelegentlich mit Schnecken oder Algen |
| In-vitro-Pflanze | Nährgel gründlich abspülen und Pflanze portionieren | ohne Schnecken und viele typische Begleitorganismen |
| Bundpflanze | Bänder und Gewichte entfernen, beschädigte Enden kürzen | häufig schnell wachsende Stängelpflanzen |
| Aufsitzer auf Stein oder Wurzel | Befestigung und Pflanzenzustand prüfen | kann direkt in das Layout gestellt werden |
| Moospad oder Moosgitter | Befestigung auf lose Stellen kontrollieren | lässt sich auf dem Hardscape platzieren |
Topfpflanzen werden vollständig von der Steinwolle befreit. Das erfordert bei feinen Wurzeln etwas Geduld. Reste lassen sich unter Wasser vorsichtig ausspülen.
Das Nährgel von In-vitro-Pflanzen wird abgewaschen. Anschließend teilt man den Pflanzenbestand in kleine Portionen. Gerade Bodendecker werden mit Abstand eingesetzt, damit sie seitlich weiterwachsen können.
Bei Bundpflanzen werden Metallbänder, Schaumstoff und beschädigte untere Teile entfernt. Die Stängel setzt man einzeln oder in kleinen Gruppen. Ein dichtes Bündel fault im unteren Bereich leichter und lässt sich schlechter im Boden verankern.
Wer lebt, will essen
Wasserpflanzen sind auf eine vernünftige Versorgung mit Makro- und Mikronährstoffen angewiesen. Sie können nicht über Muskelkrämpfe oder Kopfschmerzen klagen. Stattdessen teilen sie uns durch ihr Aussehen mit, welche Stunde geschlagen hat.
Einige Arten nehmen Nährstoffe stärker über die Blätter auf, andere vor allem über die Wurzeln. Volldünger sind gewöhnlich für ein gemischt bepflanztes Aquarium gedacht. Sie können jedoch nicht jeden individuellen Bedarf abdecken.
Cryptocorynen reagieren häufig gut auf eine gezielte Wurzeldüngung. Ist der Nährstoffvorrat im Bodengrund erschöpft, lassen sich Wurzelkapseln für Aquarienpflanzen – Werbelink in ihrer Nähe in den Boden drücken.
Stickstoff, Phosphor und Kalium gehören zu den wichtigen Makronährstoffen. Eisen, Mangan und weitere Spurenelemente werden in kleineren Mengen benötigt. Mehr Dünger ist trotzdem nicht automatisch besser. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Beleuchtung, Pflanzenmasse, CO₂-Versorgung und tatsächlichem Verbrauch.
Teilwasserwechsel entfernen Stoffe aus dem Aquarium und führen mit dem Frischwasser andere zu. Während der Fehlersuche sollte deshalb zu vergleichbaren Zeitpunkten gemessen werden. Ein einzelner Wert erlaubt noch keine vollständige Diagnose.
Mit dem JBL ProAquaTest Combi Set Plus NH4 – Werbelink lassen sich pH, Karbonathärte, Nitrit, Nitrat sowie Ammonium beziehungsweise Ammoniak untersuchen. Phosphat und Gesamthärte werden bei Bedarf separat gemessen.
Scaping Tools
Mancher Aquascaper wirkt mit seiner Auswahl an Werkzeugen beinahe wie ein Chirurg. Gerade im kleinen Aquarium sind lange Pinzetten und schmale Scheren tatsächlich hilfreich.
Gewellte Scheren eignen sich gut, um Moose und Bodendecker im unteren Aquarienbereich in Form zu bringen. Mit langen geraden Pinzetten lassen sich Stängelpflanzen in schwer zugänglichen Bereichen einsetzen. Feine Pinzetten greifen einzelne Triebe, ohne den halben Bodengrund wieder herauszuziehen. Gebogene Modelle erreichen schmale Kanten und Spalten.
Ein Aquascaping-Werkzeugset mit Pinzetten und Schere – Werbelink deckt die üblichen Arbeiten ab. Die Werkzeuge werden nach dem Gebrauch abgespült und getrocknet. Rostige oder beschädigte Scheren gehören nicht ins Aquarium.
Plant Pots für einzelne Pflanzen
Gelegentlich möchten wir Ableger oder Pflanzenraritäten pflegen, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Plant Pots aus Glas sind kleine Pflanzgefäße mit einer Öffnung für den Wasseraustausch.
Sie können mit Soil oder einem anderen geeigneten Bodengrund gefüllt werden. Dadurch lässt sich eine einzelne Pflanze gezielt versorgen, ohne den gesamten Bodengrund des Aquariums auszutauschen. Mit einem Saugnapf befestigte Modelle können in unterschiedlichen Höhen angebracht werden.
Ein Plant Pot eignet sich ebenfalls für kleine Wurzelstücke und Steine. So entsteht innerhalb des Aquariums ein winziges eigenes Layout. Das Gefäß darf jedoch nicht so hoch angebracht werden, dass Pflanzen austrocknen oder Tiere dahinter eingeklemmt werden.
Letztlich liegt Schönheit im Auge des Betrachters. Ein Aquarium verändert sich im Laufe der Zeit. Pflanzen wachsen, Moose erobern neue Flächen und die Bewohner suchen sich ihre eigenen Wege durch die Landschaft. Wo früher häufig Grenzen erreicht wurden, bietet die Nanoaquaristik heute zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Vielleicht sogar mehr als die eingestaubte Modelleisenbahn.
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Dieser Beitrag basiert auf meinem Artikel ‚Über das Nanoaquarium‘, der ursprünglich im AMAZONAS-Magazin erschienen ist. Für die Veröffentlichung auf lou-herfurth.de wurde der Text fachlich aktualisiert und redaktionell überarbeitet.

