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Seltsame Todesursachen im Kirchenbuch: Was bedeuten Auszehrung, Schlagfluss und Nervenfieber?

Alte Bücher, ein Notizbuch und eine Feder deuten darauf hin, dass in historischen Kirchenbüchern nach Todesursachen wie Auszehrung geforscht wurde

Da hat man endlich den Sterbeeintrag gefunden.

Johann Georg Müller, 67 Jahre alt, verheiratet, Beruf stimmt, Ort stimmt.

Und dann steht bei der Todesursache:

Schlagfluss.

Ein paar Seiten später stirbt ein Kind an „Fraisen“. Eine Frau an „Auszehrung“. Der Nachbar an „Wassersucht“. Und bei jemand anderem hat der Pfarrer „Nervenfieber“ eingetragen.

Spätestens dann beginnt das Googeln.

Das Problem dabei: Historische Krankheitsbezeichnungen funktionieren nicht wie ein Wörterbuch, in dem links das alte Wort und rechts die heutige Diagnose steht.

„Auszehrung = Tuberkulose.“

So einfach ist es eben nicht.

Auszehrung beschrieb vor allem einen schweren körperlichen Verfall mit Gewichtsverlust und Kräfteverlust. Tuberkulose konnte dahinterstecken. Krebs ebenfalls. Chronische Erkrankungen, Mangelernährung und andere Ursachen kamen genauso infrage. Der historische Begriff bezeichnete damit häufig eher das sichtbare Krankheitsbild als eine nach heutigen Maßstäben abgesicherte Diagnose.

Wenn ich eine solche Angabe in einem Kirchenbuch finde, schreibe ich deshalb nicht in meinen Stammbaum:

Todesursache: Tuberkulose.

Ich schreibe:

Todesursache laut Kirchenbuch: Auszehrung.

Und wenn ich die historische Bedeutung erläutern möchte, kommt die Erklärung separat dazu.

Das ist ein kleiner Unterschied.

Für saubere Familienforschung ist er ziemlich entscheidend.

Der Pfarrer war meistens kein Pathologe

Das vergisst man bei alten Kirchenbucheinträgen leicht.

Wir lesen heute eine Todesursache und behandeln sie gedanklich wie die Diagnose auf einem modernen Totenschein.

Das war sie häufig nicht.

Der Begriff konnte von Angehörigen stammen. Vom Pfarrer. Von einem Bader, Wundarzt oder Arzt, sofern überhaupt einer beteiligt war. Manchmal wurde schlicht das auffälligste Symptom eingetragen.

Der Mensch schwoll auf.

Also Wassersucht.

Er magerte immer weiter ab.

Auszehrung.

Er starb plötzlich nach einem „Schlag“.

Schlagfluss.

Ein Kind bekam Krämpfe.

Fraisen.

Das Historische Museum Hellental weist bei seiner Auswertung von Kirchenbüchern des 18. und 19. Jahrhunderts ausdrücklich darauf hin, dass solche Einträge tatsächliche oder vermeintliche Todesursachen wiedergeben können. Die Bezeichnungen müssen also immer in ihrer jeweiligen Zeit verstanden werden.

Dazu kommt noch etwas:

Nicht überall wurden Todesursachen überhaupt regelmäßig eingetragen.

Eine historische Untersuchung deutscher Kirchenbuchdaten fand in mehreren untersuchten Regionen bei mehr als 90 Prozent der erfassten Sterbefälle keine konkrete Todesart. Häufig notierten Pfarrer eher außergewöhnliche Fälle, Epidemien, Unfälle oder auffällige Symptome.

Wenn dein Pfarrer also einfach nur „begraben am 7. April“ notiert hat, war er nicht ungewöhnlich faul.

Das war lange ziemlich normal.

Auszehrung – vermutlich der Klassiker

Kaum ein Wort begegnet einem bei historischen Todesursachen so häufig wie Auszehrung oder Abzehrung.

Das Bild dahinter ist ziemlich deutlich:

Ein Mensch „zehrt aus“.

Er verliert Gewicht, Kraft und Körpersubstanz.

Historisch konnte damit ein schwerer allgemeiner Kräfteverfall gemeint sein. Tuberkulose ist eine mögliche Ursache und taucht in diesem Zusammenhang häufig auf. Ebenso konnten andere chronische Erkrankungen, darunter Krebserkrankungen, oder starke Mangelzustände zu einem solchen Erscheinungsbild führen.

Deshalb:

Auszehrung kann zu Tuberkulose passen.

Auszehrung beweist keine Tuberkulose.

Das ist besonders wichtig, wenn man später eine Familienchronik schreibt.

„Meine Ururgroßmutter starb an Tuberkulose“ klingt eindeutig.

„Im Sterberegister wurde als Todesursache Auszehrung angegeben“ ist das, was die Quelle tatsächlich hergibt.

Wer solche Begriffe regelmäßig findet, für den lohnt sich ein Lexikon historischer Krankheitsbezeichnungen bei Amazon (Werbelink) . Gerade bei regionalen oder ungewöhnlichen Begriffen spart das eine Menge Sucherei.

Das Archiv des Bistums Augsburg führt Hermann Metzkes „Lexikon der historischen Krankheitsbezeichnungen“ sogar ausdrücklich in seiner Literaturauswahl für die Arbeit mit Pfarrmatrikeln.

Schwindsucht ist ähnlich problematisch

Schwindsucht wird heute sehr schnell mit Tuberkulose gleichgesetzt.

Historisch liegt diese Verbindung nahe. Tuberkulose wurde tatsächlich lange als Schwindsucht bezeichnet.

Trotzdem begegnete „Schwindsucht“ auch als weiter gefasste Bezeichnung für Erkrankungen, bei denen ein Mensch sichtbar dahinschwand. Historische Übersichten nennen deshalb neben Tuberkulose auch andere Erkrankungen als mögliche Erklärung.

Je älter und unspezifischer der Eintrag, desto vorsichtiger würde ich werden.

Steht dort dagegen in einer jüngeren ärztlichen Quelle beispielsweise ausdrücklich „Lungentuberkulose“, haben wir natürlich eine ganz andere Aussage.

Die genaue Formulierung zählt.

Schlagfluss – klingt merkwürdig, ist aber noch relativ verständlich

„Schlagfluss“ beziehungsweise „Schlagfluß“ gehört zu den alten Begriffen, bei denen eine moderne Zuordnung vergleichsweise naheliegt.

Gemeint war ein plötzliches apoplektisches Ereignis, also das, was historisch auch als Schlag, Apoplexie oder Gehirnschlag bezeichnet wurde. Historische Krankheitsverzeichnisse ordnen den Schlagfluss dem Schlaganfallbereich zu.

Trotzdem würde ich daraus nicht nachträglich schreiben:

ischämischer Schlaganfall.

Oder:

Hirnblutung.

Das wissen wir nämlich meistens nicht.

Ein heutiger Arzt würde diese Dinge unterscheiden.

Der Pfarrer von 1812 tat es vermutlich nicht.

Also bleibt bei mir:

„Schlagfluss, vermutlich ein plötzliches apoplektisches Ereignis.“

Mehr muss man aus der Quelle nicht herausquetschen.

Wassersucht – nein, der Mensch hat nicht zu viel getrunken

Der Name führt moderne Leser herrlich in die Irre.

Wassersucht hat nichts damit zu tun, dass jemand süchtig nach Wasser gewesen wäre.

Gemeint waren krankhafte Flüssigkeitsansammlungen im Körper. Der medizinische historische Oberbegriff lautet Hydrops. Dazu konnten Ödeme, Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum oder anderen Körperhöhlen gehören.

Und hier wird sehr schön sichtbar, warum historische Todesursachen nicht eins zu eins übersetzt werden dürfen.

Bereits ein medizinischer Text von 1857 erklärte ausdrücklich, dass Wassersucht keine einzelne Krankheit sei, sondern eine Erscheinung, die durch sehr unterschiedliche Erkrankungen von Herz, Lunge, Leber, Nieren oder Blut hervorgerufen werden könne.

Im Kirchenbuch steht also möglicherweise:

Wassersucht.

Die eigentliche Grunderkrankung kennen wir damit noch lange nicht.

Vielleicht lag eine schwere Herzkrankheit zugrunde.

Vielleicht eine Nierenerkrankung.

Vielleicht eine Lebererkrankung.

Vielleicht etwas anderes.

Wer daraus eigenmächtig „Herzinsuffizienz“ macht, schreibt mehr in die Quelle hinein, als dort steht.

Bauchwassersucht ist etwas konkreter

Bei „Bauchwassersucht“ wird wenigstens beschrieben, wo sich die Flüssigkeit sichtbar sammelte.

Historisch entspricht das dem Begriff Aszites, also einer Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum. Auch das ist wiederum ein Symptom und kann verschiedene Ursachen besitzen.

Für einen Stammbaum würde ich deshalb auch hier beim Original bleiben:

Todesursache laut Kirchenbuch: Bauchwassersucht.

Eine heutige Ursache lässt sich daraus allein nicht seriös ableiten.

Nervenfieber – und jetzt wird es richtig historisch

Nervenfieber klingt zunächst, als wäre jemand an Stress gestorben.

War damit aber nicht gemeint.

Der Ausdruck wurde im 18. und 19. Jahrhundert für schwere fieberhafte Erkrankungen verwendet, die mit auffälligen „nervösen“ Symptomen einhergingen: Delirium, Bewusstseinsstörungen, starke Unruhe, Benommenheit oder andere neurologisch wirkende Erscheinungen.

Zeitgenössische medizinische Literatur setzte Nervenfieber häufig mit Typhus beziehungsweise schweren Formen typhöser Erkrankungen in Verbindung. Ein medizinisches Lehrwerk von 1898 beschreibt beispielsweise die schwere Form des Unterleibstyphus mit ausgeprägten Störungen des Nervensystems als „Nervenfieber“.

Ein anderer historischer Text bezeichnet Nervenfieber ebenfalls als Typhus, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass „nervöse“ Erscheinungen auch bei anderen fieberhaften Krankheiten auftreten konnten.

Genau deshalb würde ich in einem Kirchenbuch von 1790 nicht automatisch schreiben:

Typhus abdominalis.

Die vernünftigere Formulierung wäre:

„Nervenfieber; historische Bezeichnung für eine schwere fieberhafte Erkrankung, häufig im Zusammenhang mit Typhus verwendet.“

Damit bleibt die Unsicherheit erhalten.

Schleimfieber

Noch so ein Begriff, der klingt, als wäre der Pfarrer bereits sprachlich am Ende gewesen.

Historische medizinische Texte ordneten „Schleimfieber“ ebenfalls dem typhösen Krankheitskomplex zu. In dem erwähnten Werk von 1898 wurde eine leichtere Form eines fieberhaften Darmleidens als Schleimfieber bezeichnet, während die schwerere Form mit ausgeprägten neurologischen Erscheinungen als Nervenfieber beschrieben wurde.

Auch hier gilt:

Nicht jeder Eintrag „Schleimfieber“ lässt sich zweihundert Jahre später mit moderner Diagnosesicherheit klassifizieren.

Die historische Bezeichnung ist die sichere Information.

Bräune – besonders bei Kindern ein trauriger Fund

„Bräune“ beziehungsweise „Halsbräune“ wurde historisch für schwere Erkrankungen des Hals- und Rachenraums verwendet und ist besonders mit Diphtherie verbunden. Der Begriff konnte allerdings auch breiter für Angina beziehungsweise Halsenge verwendet werden.

Diphtherie war vor Einführung wirksamer Schutzimpfungen eine gefürchtete Infektionskrankheit, besonders bei Kindern.

Wenn innerhalb kurzer Zeit mehrere Kinder eines Ortes mit „Bräune“ im Sterberegister auftauchen, würde ich deshalb nicht nur den einzelnen Eintrag anschauen.

Ich würde blättern.

Wie viele Kinder starben in diesen Wochen?

Taucht dieselbe Bezeichnung immer wieder auf?

Sind benachbarte Familien betroffen?

Dann wird aus der individuellen Todesursache möglicherweise ein Hinweis auf ein lokales Krankheitsgeschehen.

Genau dafür sind Kirchenbücher ziemlich faszinierend.

Man sucht eine Person und findet plötzlich das Dorf.

Krupp und Bräune können sich überschneiden

Auch „Krupp“ begegnet in historischen Quellen.

Historisch wurde der Begriff eng mit schweren Erkrankungen des Kehlkopf- und Rachenbereichs verbunden, darunter Diphtherie. Alte medizinische Bezeichnungen waren allerdings keineswegs immer sauber voneinander getrennt.

Deshalb würde ich auch hier das Wort genau so dokumentieren, wie es in der Quelle steht.

Nicht verbessern.

Nicht modernisieren.

Nicht versuchen, schlauer zu sein als das Dokument.

Blattern – meist Pocken, aber hinsehen

„Blattern“ begegnet in älteren Quellen häufig als Bezeichnung für Pocken.

Die Bezeichnung „Kindsblattern“ ist ebenfalls historisch belegt. Ein schönes Beispiel findet sich sogar in einem Archivbestand des Hessischen Staatsarchivs Marburg: Für 1564 wird dort eine Erkrankung der Gräfin Barbara ausdrücklich als Pocken beziehungsweise „Kindsblattern“ beschrieben.

Trotzdem sollte man bei Begriffen rund um Hautausschläge vorsichtig sein.

Historische Bezeichnungen konnten regional schwanken.

„Blattern“ konnte in unterschiedlichen Zusammenhängen weiter gefasst verwendet werden.

Wenn mehrere Einträge innerhalb kurzer Zeit auftreten, lohnt wieder der Blick auf den gesamten Zeitraum.

Eine Epidemie hinterlässt im Sterberegister manchmal ein ziemlich deutliches Muster.

Friesel

Friesel bezeichnete historisch einen mit Fieber verbundenen Hautausschlag.

Und damit haben wir schon das Problem:

Hautausschlag plus Fieber ist keine moderne Diagnose.

Die Bezeichnung sagt zunächst einmal, was sichtbar war.

Mehr nicht.

Historische genealogische Diskussionen und Krankheitslexika führen Friesel deshalb als eigenständige alte Krankheitsbezeichnung, ohne dass daraus automatisch eine einzige heutige Erkrankung folgt.

Wenn ich „Friesel“ lese, würde ich es genau so übernehmen.

Nicht daraus Masern machen.

Nicht Scharlach.

Nicht Pocken.

Dafür bräuchten wir zusätzliche Hinweise.

Fraisen, Freisen, Fräsen – Krämpfe bei Kindern

Bei Säuglingen und kleinen Kindern findet man in manchen Regionen Bezeichnungen wie Fraisen oder ähnliche Schreibvarianten.

Damit wurden Krampfzustände beschrieben.

Das Problem ist offensichtlich:

Ein Krampf ist ein Symptom.

Fieberkrämpfe können dahinterstecken.

Infektionen.

Neurologische Erkrankungen.

Komplikationen rund um Geburt und Säuglingszeit.

Und vermutlich eine ganze Reihe weiterer Dinge, die im 18. Jahrhundert niemand diagnostizieren konnte.

Deshalb gehört gerade „Fraisen“ zu den Begriffen, bei denen ich nicht versuchen würde, unbedingt eine moderne Krankheit zu finden.

Der Eintrag sagt uns:

Das Kind hatte offenbar schwere Krämpfe.

Die Ursache kennen wir nicht.

Das ist eine vollkommen brauchbare genealogische Information.

Zahnfieber und „am Zahnen gestorben“

Das begegnet einem bei Kleinkindern immer wieder und wirkt aus heutiger Sicht merkwürdig.

Zahnfieber bezeichnet eine beim Zahnen auftretende fieberhafte Erkrankung. Der Begriff existiert sogar weiterhin als historisch beziehungsweise medizinisch geprägte Bezeichnung.

Historisch wurden zahlreiche Beschwerden und Todesfälle kleiner Kinder dem Zahnen zugeschrieben.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Zahndurchbruch tatsächlich die eigentliche Todesursache war.

Ein fieberndes Kleinkind konnte gleichzeitig an einer Infektion leiden.

Es konnte Durchfall haben.

Krämpfe.

Mangelernährung.

Heute würden solche Symptome anders diagnostiziert.

Damals war „Zahnen“ eine naheliegende Erklärung.

Wenn also beim Urururgroßonkel steht:

„starb am Zahnen“

würde ich genau das dokumentieren.

Nicht versuchen, daraus rückwirkend eine Lungenentzündung zu machen.

Kindbettfieber

Hier wird die historische Bezeichnung deutlich konkreter.

Kindbettfieber bezeichnet schwere Infektionen im Zusammenhang mit der Geburt und dem Wochenbett. Es war über lange Zeit eine bedeutende Ursache der Müttersterblichkeit. Im 19. Jahrhundert zeigte Ignaz Semmelweis, dass mangelnde Hygiene bei Ärzten und Geburtshelfern eine entscheidende Rolle bei der Übertragung spielen konnte; konsequente Händedesinfektion senkte die Sterblichkeit in seiner Geburtsklinik massiv.

Für die Familienforschung ist der zeitliche Zusammenhang wichtig.

Eine Frau bekommt ein Kind.

Wenige Tage später stirbt sie.

Im Kirchenbuch steht Kindbettfieber.

Das erzählt ziemlich eindeutig eine Geschichte rund um die Geburt.

Manchmal findet sich stattdessen nur:

„im Wochenbett“

oder

„an den Folgen der Niederkunft“.

Auch das würde ich wörtlich dokumentieren.

Blutsturz

Blutsturz ist wieder so ein Wort, das dramatisch klingt und trotzdem nicht besonders genau ist.

Historische Krankheitsverzeichnisse verwenden den Begriff für massive Blutungen, darunter Bluterbrechen oder andere schwere Blutverluste.

Was dahintersteckte, kann völlig unterschiedlich gewesen sein.

Eine Lungenerkrankung.

Magen-Darm-Blutung.

Verletzung.

Geburtskomplikation.

Andere Erkrankung.

Ohne weitere Angaben bleibt „Blutsturz“ eine Beschreibung des Ereignisses.

Keine Diagnose.

Blutlauf, Ruhr und schwere Durchfälle

Bezeichnungen wie Blutlauf oder Ruhr stehen in historischen Quellen im Zusammenhang mit schweren Durchfallerkrankungen.

Bei epidemischem Auftreten sind solche Einträge besonders interessant.

Wenn innerhalb weniger Wochen zahlreiche Menschen eines Ortes an „Ruhr“ sterben, kann das einen ganz anderen historischen Kontext ergeben als ein einzelner Todesfall. Historische Krankheitslisten ordnen „Blutlauf“ unter anderem Ruhr, Cholera oder vergleichbaren schweren Durchfallerkrankungen zu.

Auch hier hilft deshalb wieder:

Nicht nur die eigene Familie lesen.

Ein paar Seiten weiterblättern.

„Altersschwäche“ – die praktischste Todesursache der Welt

Manchmal stirbt jemand einfach an Altersschwäche.

Zumindest laut Kirchenbuch.

Das ist keine präzise medizinische Diagnose.

Bei einem 84-jährigen Menschen des 19. Jahrhunderts war das offenbar häufig präzise genug.

Dann würde ich es auch dabei belassen.

Man muss nicht versuchen, jedem historischen Menschen nachträglich eine ICD-Diagnose zu verpassen.

Vielleicht starb die Person an einer Lungenentzündung.

Herzinsuffizienz.

Nierenversagen.

Mehreren Erkrankungen gleichzeitig.

Wir wissen es nicht.

„Altersschwäche“ sagt vor allem etwas darüber aus, wie der Tod damals wahrgenommen und dokumentiert wurde.

Und das ist selbst eine historische Information.

„Entkräftung“

Ähnlich verhält es sich mit Entkräftung.

Der Mensch war körperlich am Ende.

Warum?

Das kann aus dem Eintrag möglicherweise überhaupt nicht mehr hervorgehen.

Nach langer Krankheit.

Nach Durchfall.

Nach einer Geburt.

Im hohen Alter.

Nach Hunger oder Mangelversorgung.

Bei einer chronischen Krankheit.

Ich würde „Entkräftung“ deshalb nie zwanghaft modern übersetzen.

Der Begriff beschreibt eher einen Zustand.

„Brustkrankheit“

Brustkrankheit ist einer meiner Lieblingsbegriffe, wenn jemand unbedingt eine eindeutige moderne Diagnose haben möchte.

Welche Brust?

Welche Krankheit?

Lunge?

Herz?

Pleura?

Tuberkulose?

Lungenentzündung?

Chronische Atemwegserkrankung?

Keine Ahnung.

Genau das ist die Antwort.

„Brustkrankheit“ kann auf eine Erkrankung im Brustraum beziehungsweise der Atmungsorgane hinweisen, ist aber ohne weitere Angaben viel zu unspezifisch, um daraus eine einzelne moderne Diagnose abzuleiten.

Wenn daneben „langjährige Auszehrung“ steht, wird Tuberkulose vielleicht plausibler.

Plausibler.

Nicht bewiesen.

„Brustwassersucht“

Das ist dagegen wieder etwas greifbarer.

Historisch bezeichnete Hydrothorax eine Flüssigkeitsansammlung im Brustraum und wurde als Form der Wassersucht beschrieben.

Aber auch Hydrothorax ist wiederum keine Erklärung dafür, warum die Flüssigkeit dort war.

Herzerkrankung?

Infektion?

Tumorerkrankung?

Andere Ursache?

Das Kirchenbuch weiß es vielleicht einfach nicht.

„Seitenkrankheit“ oder „Seitenstechen“

Solche Begriffe begegnen ebenfalls.

Historische Übersichten bringen Seitenkrankheit unter anderem mit Erkrankungen wie Pleuritis in Verbindung, also einer Entzündung des Brustfells, führen aber auch andere historische Verwendungsweisen auf.

Deshalb auch hier:

Originalbegriff dokumentieren.

Nicht heimlich eine moderne Diagnose daraus bauen.

„Brand“

Bei Brand denkt heute jeder zuerst an Feuer.

Medizinisch bezeichnete „Brand“ historisch jedoch auch das Absterben von Gewebe, also Gangrän.

Das konnte beispielsweise nach schweren Verletzungen, Durchblutungsstörungen oder Infektionen auftreten. Historische Krankheitsverzeichnisse führen „Brand“ entsprechend im Bereich Gangrän und Gewebsnekrose.

Steht dagegen im Kirchenbuch:

„an den Folgen seiner Brandwunden“

reden wir natürlich über etwas völlig anderes.

Deshalb immer den ganzen Eintrag lesen.

Ein einzelnes Wort aus einer Tabelle herauszusuchen reicht nicht.

„Krebs“ bedeutete historisch nicht zwangsläufig dasselbe wie heute

Das ist ebenfalls wichtig.

Der Begriff Krebs wurde historisch breiter verwendet und konnte neben bösartigen Tumoren auch „um sich fressende“ Geschwüre oder schwere zerstörerische Veränderungen bezeichnen. Historische Krankheitslisten weisen genau auf diese weitere Verwendung hin.

Wenn in einem frühen Kirchenbuch „Krebs“ steht, würde ich deshalb nicht automatisch eine bestimmte Tumorerkrankung daraus machen.

Je jünger und medizinisch genauer die Quelle, desto eher kann sich die Bedeutung unserer heutigen annähern.

Der Zeitraum zählt.

Und was ist mit „Melancholie“?

Auch solche Begriffe tauchen auf.

Melancholie hatte historisch eine medizinische Bedeutung und wurde für psychische Zustände verwendet, die sich teilweise mit dem überschneiden, was heute unter depressiven Erkrankungen beschrieben würde.

Eine exakte moderne psychiatrische Diagnose lässt sich daraus aber nicht rückwirkend stellen.

Dasselbe gilt für Begriffe wie:

Wahnsinn.

Raserei.

Blödsinnigkeit.

Fallsucht.

Mondsucht.

Diese Wörter stammen aus völlig anderen medizinischen Ordnungssystemen und zum Teil aus einer Zeit, in der heutige diagnostische Kategorien nicht existierten.

Sie sollten deshalb historisch eingeordnet und nicht einfach modern etikettiert werden.

Fallsucht

Fallsucht ist ein gutes Beispiel.

Der Begriff wurde traditionell mit epileptischen Anfällen verbunden.

Aber jemand, der „fiel“, krampfte oder das Bewusstsein verlor, konnte aus heutiger Sicht verschiedene Ursachen haben.

Epilepsie ist eine naheliegende historische Einordnung.

Eine moderne neurologische Diagnose können wir daraus trotzdem nicht stellen.

Warum die Endung „-sucht“ so oft auftaucht

Schwindsucht.

Wassersucht.

Fallsucht.

Gelbsucht.

Mondsucht.

Das hat mit unserem heutigen Begriff von Sucht als Abhängigkeit wenig zu tun.

„Sucht“ wurde früher allgemein im Sinne von Krankheit oder Leiden verwendet. Noch Meyers Konversationslexikon erklärte Ende des 19. Jahrhunderts diese ältere medizinische Verwendung.

Wassersucht bedeutet also nicht Wasserabhängigkeit.

Fallsucht nicht eine merkwürdige Vorliebe fürs Umfallen.

Und Schwindsucht nicht die Abhängigkeit vom Verschwinden.

Sprache macht Ahnenforschung gelegentlich unterhaltsamer, als die eigentliche Quelle beabsichtigt hat.

Warum ein historisches Krankheitslexikon wirklich sinnvoll ist

Bei vielen genealogischen Themen sage ich:

Du brauchst dafür kein Spezialbuch.

Bei historischen Krankheitsbezeichnungen sehe ich es etwas anders.

Gerade regionale Begriffe können ausgesprochen seltsam werden.

Ein gutes Nachschlagewerk hilft dabei, mögliche Bedeutungsfelder zu erkennen und ältere Schreibweisen einzuordnen.

Für den Einstieg gibt es Lexika historischer Krankheitsbezeichnungen bei Amazon (Werbelink).

Wer regelmäßig alte Kirchenbücher bearbeitet, kann außerdem nach Büchern über Medizin- und Alltagsgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts bei Amazon (Werbelink) schauen.

Denn irgendwann möchte man nicht mehr nur wissen, was ein Begriff ungefähr bedeuten könnte.

Man möchte verstehen, warum er damals verwendet wurde.

Das Jahr ist genauso wichtig wie das Wort

Ein Begriff aus dem Jahr 1690 muss nicht exakt dasselbe bedeuten wie derselbe Begriff 1890.

Medizin hat sich verändert.

Diagnostik hat sich verändert.

Sprache ebenfalls.

Ein Arzt am Ende des 19. Jahrhunderts konnte Erkrankungen völlig anders unterscheiden als ein Dorfpfarrer zweihundert Jahre zuvor.

Deshalb gehört zu jeder Interpretation:

Ort.

Jahr.

Quelle.

Wer hat den Begriff eingetragen?

Was steht im Umfeld?

Taucht er bei anderen Menschen zur selben Zeit ebenfalls auf?

Das ist wesentlich aussagekräftiger als:

Google sagt, Schlagfluss sei Schlaganfall.

Regionale Wörter machen die Sache noch schöner

Kirchenbücher wurden von Menschen geschrieben.

Und Menschen verwendeten regionale Sprache.

Ein Krankheitsname aus Niedersachsen kann in Baden völlig ungebräuchlich gewesen sein.

Ein Pfarrer übernimmt vielleicht einen medizinischen Begriff.

Der nächste verwendet eine volkstümliche Bezeichnung.

Der dritte schreibt einfach:

„nach langem Leiden“.

Deshalb lohnt sich bei seltsamen Begriffen auch regionale Literatur.

Heimatbücher.

Ortschroniken.

Historische Wörterbücher.

Medizingeschichtliche Veröffentlichungen der Region.

Unter historischen Wörterbüchern und Lexika bei Amazon (Werbelink) findet sich einiges, das auch außerhalb von Krankheitsbezeichnungen hilfreich ist.

Schau immer auf die anderen Sterbefälle

Das ist bei diesem Thema vielleicht mein wichtigster praktischer Tipp.

Wenn ich einen ungewöhnlichen Todesgrund finde, blättere ich mindestens einige Seiten vor und zurück.

Angenommen:

  1. Januar – Kind, 4 Jahre – Bräune
  2. Januar – Kind, 7 Jahre – Bräune
  3. Januar – Kind, 2 Jahre – Bräune
  4. Januar – Kind, 5 Jahre – Bräune
  5. Januar – Kind, 6 Jahre – Bräune

Dann interessiert mich das.

Offenbar passiert gerade etwas im Ort.

Dasselbe bei:

Ruhr.

Pocken.

Typhus.

Masern.

Scharlach.

Solche Häufungen können Epidemien oder lokale Krankheitswellen sichtbar machen.

Und plötzlich erzählt das Kirchenbuch etwas, das weit über deine eigene Familie hinausgeht.

Gerade Kindersterblichkeit sieht im Kirchenbuch brutal aus

Wer ältere Sterberegister länger liest, merkt schnell, wie viele Kinder dort stehen.

Manchmal mehrere Geschwister innerhalb weniger Tage oder Wochen.

Das liest sich heute schwer.

Und Begriffe wie Fraisen, Zahnfieber, Krämpfe, Durchfall oder Schwäche wirken aus heutiger Perspektive teilweise erschreckend unpräzise.

Man darf dabei nicht vergessen, dass diagnostische Möglichkeiten, Hygiene, Ernährung, Impfungen und Behandlungsmöglichkeiten völlig andere waren.

Eine kleine Infektion konnte tödlich werden.

Eine Geburt ebenfalls.

Eine Durchfallerkrankung konnte ein Kleinkind innerhalb kurzer Zeit dehydrieren.

Das Kirchenbuch notiert dann vielleicht nur ein einziges Wort.

Hinter diesem Wort steckt trotzdem ein ganzes Leben.

Todesursachen können Hinweise auf andere Quellen geben

Das wird genealogisch interessant.

Steht dort:

„verunglückt“.

Dann suche ich in Zeitungen.

„Ertrunken.“

Vielleicht gibt es einen Bericht.

„Durch einen Wagen überfahren.“

Zeitung.

Polizei- oder Gerichtsakten.

„Im Krieg geblieben.“

Militärunterlagen.

„Selbstmord.“

Je nach Zeit und Region könnten sich Gerichts-, Polizei- oder Verwaltungsakten finden.

„Im Krankenhaus verstorben.“

Vielleicht existieren Patienten- oder Verwaltungsunterlagen, sofern sie erhalten und rechtlich zugänglich sind.

Eine Todesursache ist also manchmal nicht das Ende der Recherche.

Sie ist der Anfang der nächsten Akte.

Historische Zeitungen werden hier richtig interessant

Gerade ungewöhnliche Todesfälle wurden gern berichtet.

Unfälle.

Ertrinken.

Brände.

Gewaltverbrechen.

Seltsame Unglücke.

Epidemien.

Wer einen solchen Eintrag findet, sollte historische Zeitungsportale prüfen.

Für die Arbeit zu Hause ist ein Dokumenten- oder Buchscanner bei Amazon (Werbelink) sinnvoll, wenn sich inzwischen größere Mengen eigener Unterlagen angesammelt haben.

Und wenn du alte medizinische Bücher oder große Kirchenbuchausdrucke liest, ist eine Lupenleuchte bei Amazon (Werbelink) tatsächlich kein völlig absurdes Rentnerzubehör.

Nach drei Stunden Kurrent in Schriftgröße Ameise ändert man seine Meinung dazu ziemlich schnell.

Die Handschrift kann aus „Wassersucht“ auch etwas völlig anderes machen

Bevor du einen historischen Krankheitsbegriff interpretierst, solltest du übrigens sicher sein, dass du ihn richtig gelesen hast.

Klingt ebenfalls selbstverständlich.

Ist es nicht.

Ein falsch gelesener Anfangsbuchstabe kann aus einem bekannten Begriff plötzlich eine Krankheit machen, die überhaupt nicht existiert.

Dann googelt man eine Stunde lang „Brustschlagfieber“ und wundert sich, warum niemand jemals daran gestorben ist.

Vielleicht steht dort einfach etwas anderes.

Bei schwierigen Einträgen helfen Übungsbücher für Kurrent und Sütterlin bei Amazon (Werbelink).

Und seit 2026 kann beispielsweise auch ARCHION einzelne historische Kirchenbuchseiten automatisch transkribieren. Solche KI-Transkriptionen sind hilfreich, sollten aber gerade bei ungewöhnlichen Namen und Begriffen immer am Original überprüft werden.

Das hatten wir im Beitrag „Ahnenforschung mit KI“ ausführlich.

Wie trage ich historische Todesursachen in den Stammbaum ein?

Ich würde zwei Ebenen trennen.

Quelle:

„Todesursache: Auszehrung.“

Kommentar:

„Historische Bezeichnung für starken körperlichen Verfall beziehungsweise Abmagerung; verschiedene Erkrankungen können dahintergestanden haben.“

Nicht:

„Tuberkulose.“

So bleibt die Originalinformation erhalten.

Das Gleiche bei:

Schlagfluss.

Wassersucht.

Nervenfieber.

Fraisen.

Bräune.

Oder irgendeinem völlig unbekannten Ausdruck, bei dem du momentan noch gar nicht weißt, was damit gemeint war.

Eine kleine Übersicht häufiger Begriffe

Historischer BegriffUngefährer BedeutungsbereichVorsicht
Auszehrungschwerer Kräfte- und Gewichtsverlustnicht automatisch Tuberkulose
Schwindsuchtzehrende chronische Erkrankung, häufig Tuberkulosehistorisch nicht immer eindeutig
Schlagflussapoplektisches EreignisArt des Schlaganfalls meist unbekannt
WassersuchtFlüssigkeitsansammlungen/ÖdemeGrunderkrankung unbekannt
BauchwassersuchtFlüssigkeit im Bauchraum/AszitesSymptom, keine eigentliche Ursache
Nervenfieberschwere fieberhafte Erkrankung, häufig typhös eingeordnetkeine sichere moderne Diagnose
Schleimfieberhistorischer Fieberbegriff, teils typhös eingeordnetzeit- und kontextabhängig
Bräune/Halsbräuneschwere Hals-/Rachenerkrankung, häufig DiphtherieBegriff konnte weiter gefasst sein
Blatternmeist Pockenregionalen Kontext beachten
FraisenKrampfzustände, häufig bei KindernUrsache bleibt offen
Zahnfieberfieberhafte Beschwerden beim Zahnentatsächliche Grunderkrankung kann unbekannt sein
Kindbettfieberschwere Infektion nach Geburthistorisch relativ klar
Blutsturzschwere BlutungBlutungsquelle nicht automatisch bekannt
AltersschwächeTod im hohen Alter/Kräfteverfallkeine konkrete medizinische Diagnose
Entkräftungschwerer KräfteverlustUrsache offen
BrandGewebsuntergang/GangränKontext prüfen

Diese Tabelle ist eine Orientierung.

Kein Übersetzungsautomat.

Wenn dein Kirchenbuch von 1724 etwas anderes erkennen lässt, gewinnt das Kirchenbuch.

Und wenn ich den Begriff gar nicht finde?

Dann schreibe ihn zunächst buchstabengetreu ab.

Oder so buchstabengetreu, wie es geht.

Beispielsweise:

„Todesursache vermutlich: Schür…?“

Dann:

andere Einträge derselben Hand vergleichen.

Schreibvarianten suchen.

Regionale Begriffe prüfen.

Historische Wörterbücher benutzen.

Krankheitslexika ansehen.

Bei Bedarf jemanden fragen, der alte Schrift lesen kann.

Was ich nicht machen würde:

Das ähnlichste moderne Wort nehmen und hoffen, dass es passt.

Das erzeugt genau die Art von Fehler, die später aus einem Stammbaum in den nächsten kopiert wird.

Gerade bei Familiengeschichten würde ich die alten Wörter behalten

Sie erzählen nämlich mehr als eine moderne Übersetzung.

„Starb an Wassersucht.“

Das klingt nach seiner Zeit.

„Starb vermutlich an einer Erkrankung mit Ödembildung.“

Ist medizinisch erklärender, aber der historische Ton ist weg.

Für eine Familienchronik kann man deshalb wunderbar beides schreiben:

„Im Kirchenbuch wurde als Todesursache ‚Wassersucht‘ vermerkt. Damit bezeichnete man krankhafte Flüssigkeitsansammlungen im Körper; welche Grunderkrankung dahinterstand, lässt sich aus dem Eintrag nicht feststellen.“

Jetzt haben wir den Originalbegriff.

Die Erklärung.

Und keine erfundene Diagnose.

Genau so mag ich historische Quellen.

Sie dürfen ihre Unsicherheit behalten.

Denn manchmal wissen wir es einfach nicht

Das ist bei Ahnenforschung überhaupt kein Problem.

Eigentlich ist es sogar eine der wichtigsten Fähigkeiten dabei.

Nicht jede Lücke muss geschlossen werden.

Nicht jeder merkwürdige Begriff braucht eine perfekte moderne Übersetzung.

Nicht jeder Todesfall lässt sich 250 Jahre später medizinisch rekonstruieren.

Wenn im Kirchenbuch steht:

„nach langwieriger Brustkrankheit verschieden“

dann wissen wir:

Der Mensch war länger krank.

Die Beschwerden wurden offenbar im Brustbereich verortet.

Und er starb daran oder im Zusammenhang damit.

Mehr vielleicht nicht.

Das ist immer noch mehr, als wir vorher wussten.

Manchmal reicht das vollkommen.

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